Oft entdecken die Mädchen Fähigkeiten, die ihnen vorher gar nicht bewusst waren
Anna Schneiderbanger, Brose Fahrzeugteile
Der internationale Automobilzulieferer Brose engagiert sich bereits seit über 20 Jahren am Girls' Day und bietet jedes Jahr 40 bis 50 Schülerinnen die Möglichkeit, Technik hautnah zu erleben. Im Interview spricht Anna Schneiderbanger, Ausbilderin für Maschinen- und Anlagenführer, darüber, warum der Aktionstag weit mehr als ein Schnuppertag ist, welche Erfahrungen die Teilnehmerinnen bei Brose sammeln und wie die Initiative hilft, Vorurteile gegenüber technischen Berufen abzubauen.
Girls'Day: Frau Schneiderbanger, Brose beteiligt sich seit vielen Jahren am Girls'Day. Warum ist dieser Aktionstag aus Ihrer Sicht wichtig?
Anna Schneiderbanger: Der Girls'Day bietet uns als Unternehmen die Chance, Mädchen frühzeitig für Technik zu begeistern und ihnen Berufe näherzubringen, mit denen sie sonst vielleicht nicht in Kontakt kämen. Viele entdecken dabei Fähigkeiten und Interessen, die ihnen vorher gar nicht bewusst waren. Gleichzeitig können wir den Teilnehmerinnen zeigen, welche Ausbildungsmöglichkeiten Brose bietet. Im besten Fall entsteht daraus echtes Interesse an Technik und vielleicht sogar der Wunsch, später eine Ausbildung bei uns zu beginnen.
Warum sollten Mädchen technische Berufe unbedingt einmal ausprobieren?
Technische Berufe sind vielseitig, kreativ und zukunftsorientiert. Es geht längst nicht mehr nur um schwere körperliche Arbeit oder typische "Männerberufe". Man arbeitet im Team, löst Probleme, setzt moderne Technologie ein und sieht am Ende konkrete Ergebnisse. Außerdem bieten technische Ausbildungsberufe vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.
Was erwartet die Mädchen beim Girls'Day bei Brose?
Uns ist wichtig, dass die Schülerinnen nicht nur zuschauen, sondern selbst aktiv werden. Deshalb lernen sie verschiedene Ausbildungsberufe kennen und können praktische Aufgaben übernehmen. In unseren Werkstätten fertigen sie beispielsweise eigene Werkstücke und bekommen einen Einblick in handwerkliche Prozesse. Sie schnuppern aber auch in den IT-Bereich und lernen die einzelnen Komponenten eines Computers kennen. Dabei erfahren sie, wie alles zusammenspielt und welche Aufgaben dahinterstecken.
Was würden Sie Mädchen sagen, die sich für Technik interessieren, sich aber noch nicht trauen?
Seid neugierig und probiert euch einfach mal aus. Niemand muss schon alles können. Wichtig sind vielmehr Interesse, Lernbereitschaft und die Freude daran, Neues zu entdecken. Denn es ist wichtig, euren eigenen Weg zu gehen. Der Girls'Day bietet dafür die ideale Gelegenheit.
Ihr Wunsch für die Zukunft des Girls'Day?
Ich wünsche mir, dass noch mehr Mädchen die Gelegenheit nutzen, technische Berufe kennenzulernen. Der Aktionstag hilft, traditionelle Rollenbilder und Vorurteile über vermeintlich "typische Männerberufe" abzubauen. Außerdem hoffe ich, dass auch Brose weiterhin Teil der Initiative bleibt. Wenn dadurch mehr Schülerinnen ihren Weg in technische Berufe finden oder sich später vielleicht sogar für eine Ausbildung bei Brose entscheiden, hat der Girls'Day sein Ziel erreicht – und wir als Unternehmen ebenfalls.
