Junge Frauen schöpfen Berufsmöglichkeiten nicht voll aus: Vielfalt wächst, aber langsam
Viele junge Frauen entscheiden sich noch immer für eine Ausbildung in wenigen, häufig geschlechtertypischen Berufen. Zwar zeigen die langfristigen Entwicklungen, dass sich das Berufswahlspektrum langsam erweitert, doch aktuelle Zahlen machen deutlich: Fortschritte sind nicht selbstverständlich und verlaufen nicht linear.
Top-20-Ausbildungsberufe von Frauen 2025: Berufswahl weiterhin stark konzentriert
Auch 2025 entscheiden sich viele junge Frauen bei der Berufswahl für eine vergleichsweise kleine Zahl an Ausbildungsberufen. Rund 68 Prozent aller weiblichen Auszubildenden beginnen ihre Ausbildung in einem der 20 beliebtesten Berufe, obwohl es mehr als 330 duale Ausbildungsberufe gibt. An der Spitze stehen weiterhin medizinische und kaufmännische Ausbildungsberufe wie medizinische Fachangestellte, zahnmedizinische Fachangestellte und Kauffrau für Büromanagement.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich zudem: Technische Berufe sind in den Top 20 nicht vertreten. Die Fachinformatikerin, die 2024 erstmals in der Liste erschien, gehört 2025 nicht mehr zu den zwanzig häufigsten Ausbildungsberufen von Frauen. Das verdeutlicht, dass Fortschritte hin zu einer breiteren Berufswahl zwar möglich sind, sich jedoch noch nicht dauerhaft stabilisiert haben.
Der Girls'Day setzt genau hier an: Er eröffnet Mädchen Einblicke in Berufe aus Technik, IT, Handwerk und Wissenschaft und unterstützt sie dabei, neue berufliche Perspektiven kennenzulernen. Ziel ist es, langfristig ein vielfältigeres Berufswahlspektrum zu fördern und stereotype Berufswahlen aufzubrechen.
Berufswahlspektrum junger Frauen: Langsame, aber nicht lineare Entwicklung
Seit 1998 zeigt sich ein langfristiger Trend: Immer weniger junge Frauen konzentrieren sich bei ihrer Berufswahl auf nur wenige Ausbildungsberufe. Während 1998 noch 75,3 Prozent aller weiblichen Azubis eine Ausbildung in den Top 20 der beliebtesten Berufe begannen, sank dieser Anteil bis 2023 auf 66,3 Prozent. Seit zwei Jahren steigt der Wert jedoch wieder leicht und lag 2025 bei 67,5 Prozent.
Die Entwicklung macht deutlich, dass sich das Berufswahlspektrum von Frauen zwar insgesamt verbreitert, Fortschritte jedoch nicht kontinuierlich verlaufen. Besonders technische und handwerkliche Berufe werden weiterhin vergleichsweise selten gewählt.
