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"Die Deutsche Bahn muss weiblicher werden"

Christine Epler, Deutsche Bahn

Porträt von Christine Epler

Christine Epler, Head of HR-Strategy, Innovation & Diversity, bei der Deutschen Bahn erklärt im Interview, weshalb es für Unternehmen wichtig ist, Mädchen und junge Frauen für technische Berufe zu begeistern und die Vielfalt innerhalb des Unternehmens zu fördern. Vielfältig ist auch die Berufswelt bei der DB: 500 verschiedene Jobs und 50 Ausbildungsberufe gibt es im Konzern.

Girls'Day: Was hat bei Ihnen das Interesse geweckt, sich am Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag zu beteiligen?
Christine Epler: Der Girls'Day ist nicht nur ein Zukunftstag für Mädchen und junge Frauen, sondern auch ein zukunftsbestimmender Tag für die Deutsche Bahn. Die DB will als Arbeitgeberin mehr Frauen für sich begeistern, egal ob weibliche Fachkraft, Akademikerin oder Schülerin. Die deutliche Steigerung des Frauenanteils im Gesamtkonzern ist eines unserer zentralen Anliegen. Am Girls'Day möchten wir deshalb explizit Mädchen und junge Frauen für eine Ausbildung oder ein duales Studium im technischen Bereich bei uns begeistern, um schon bei den Nachwuchskräften ein ausgeglichenes Verhältnis der Geschlechter zu erreichen.

Warum ist es wichtig, Frauen für technische Berufe zu begeistern?
Vor allem in technischen (Ausbildungs-)Berufen und Studiengängen sind Frauen leider immer noch häufig unterrepräsentiert, was oftmals auf Stereotype zurückzuführen ist. Auch die DB in ihrer Technikwelt wird tendenziell eher als Männermarke wahrgenommen. Das möchten wir unbedingt ändern. Für uns ist klar, dass die DB weiblicher werden muss, um langfristig erfolgreich zu sein. Deshalb können wir es uns nicht leisten, auf das Potential von 50 Prozent der Bevölkerung und letztlich des Arbeitsmarktes zu verzichten und müssen noch deutlich mehr Frauen für technische Berufe begeistern.

Wie haben Sie Ihr Angebot gestaltet? Haben Sie Ihr Angebot auf eine bestimmte Altersgruppe oder Schulform abgestimmt?
Unser Fokus liegt grundsätzlich auf der Ansprache von Mädchen ab 14 Jahren, aber wir freuen uns natürlich über jede Interessentin, die ich an dieser Stelle ganz herzlich dazu einladen möchte, mit uns in Kontakt zu treten – wenngleich auch über digitale Wege. Denn aufgrund der aktuellen Gegebenheiten findet der Girls'Day 2021 erstmals digital statt, auch bei der DB. Im Umkehrschluss heißt das aber auch für alle Teilnehmerinnen in diesem Jahr: Nie war es einfacher, am Girls'Day teilzunehmen und einen Blick hinter die Kulissen der Deutschen Bahn zu werfen. 

Was erwarten Sie von dem Tag? 
Zunächst ist der Girls'Day für uns eine tolle Gelegenheit, Mädchen und junge Frauen bei ihrem Einstieg in die Berufswelt zu unterstützen und zu zeigen, wie vielfältig diese bei der DB eigentlich ist: 500 verschiedene Jobs und 50 Ausbildungsberufe gibt es im Konzern. Damit gehören wir nicht nur zu den größten, sondern auch zu den vielfältigsten Ausbildungsbetrieben in ganz Deutschland – und bieten viele Benefits speziell für junge Leute: Beispielsweise bekommen unsere Nachwuchskräfte nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung in der Regel ein unbefristetes Arbeitsverhältnis angeboten.

Für welche Ausbildungsberufe suchen Sie gerade besonders viel Nachwuchs?
Vor allem in den Bereichen Fahrdienstleiterin, Lokführerin, Elektronikerin, Mechatronikerin und Gleisbauerin stellen wir derzeit ein. Wir freuen uns aber auch über angehende Fachkräfte für Schutz- und Sicherheit sowie Kaufleute für Verkehrsservice. Am besten einfach mal bei deutschebahn.com/karriere vorbeischauen. 

Welche Impulse bringt der Girls'Day für Ihren Betrieb?
Der Girls'Day bietet uns die Möglichkeit, in einen generationenübergreifenden Austausch zu treten. Dieser ist für uns in vielerlei Hinsicht wertvoll. Junge Frauen sind die Gestalterinnen von morgen und eröffnen uns neue Blickwinkel, die für unser Unternehmen richtungsweisend sind. 

Wann würden Sie den Girls'Day als erfolgreich bewerten?
Wie bereits erwähnt, möchten wir proaktiv zu einem Umdenken hinsichtlich der stereotypischen Einteilung von Frauen- und Männerberufen beitragen und damit einhergehend auch zu mehr Diversität auf dem Arbeitsmarkt. Gleichermaßen hoffen wir natürlich, viele Mädchen von der DB als attraktive Arbeitgeberin zu überzeugen und sie für eine Ausbildung oder ein duales Studium im technischen Bereich begeistern zu können. Letztlich ist es unser Ziel, zukünftige Fachkräfte zu gewinnen und Frauen in ihrem Vorhaben zu bestärken, bei uns Karriere zu machen. 

Wieso ist Vielfalt für Unternehmen wichtig und was macht für Sie einen guten Umgang mit Vielfalt aus?
Studien haben längst belegt, dass eine starke Vielfalt die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens fördert und diverse Teams erfolgreicher arbeiten. Entsprechend ist es unser Anspruch, dem Menschen in seiner Einzigartigkeit zu begegnen, diese ganz bewusst zu fördern und für ein Arbeitsumfeld zu sorgen, in dem sich alle wertgeschätzt fühlen und auch wirklich entfalten können. Neben den klassischen Dimensionen – Vielfalt der Geschlechter, Generationen, ethnischen und sozialen Herkünfte, Religionen, physischen und psychischen Fähigkeiten sowie sexuellen Orientierungen – sind daher für uns die Vielfalt der Perspektiven, Werte, Kompetenzen und Berufserfahrungen von ganz zentraler Bedeutung. 

Bei der Arbeitgeberwahl ist speziell bei jungen Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiterhin ein zentrales Thema, wie gehen Sie dieses als Konzern an?
Wie gesagt, steht bei uns die Chancengerechtigkeit stets an erster Stelle. Das gilt sowohl bei Einstellungen, Gehältern als auch bei den Arbeitsbedingungen. Beispielsweise schreiben wir seit Kurzem alle neuen Stellen, sofern betrieblich möglich, in Teilzeit aus, die Vollzeitausschreibung ist optional. Unsere Mitarbeitenden können zudem zwischen mehr Urlaub, geringerer Arbeitszeit oder mehr Entgelt wählen. 

Können Sie ein Beispiel nennen, wie Sie die Vielfalt in Ihrem Unternehmen fördern?
Unsere "SCORING GIRLS Ausbildung" ist dafür ein gutes Beispiel: Mit dem zwölfmonatigen Berufsorientierungsprogramm sprechen wir explizit junge Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, Gesellschaftsschichten und Glaubensgemeinschaften an, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen und machen uns gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation HAWAR.help für Diversität, soziale Mobilität und leistungsbezogene Aufstiegschancen auf dem Arbeitsmarkt stark. Die Teilnehmerinnen erhalten unter anderem Einzelcoachings, Tipps und Tricks für Vorstellungsgespräche und Bewerbungstrainings. Ziel ist es – genau wie beim Girls'Day – den Teilnehmerinnen neue Wege in eine berufliche Zukunft aufzuzeigen und sie dazu zu ermutigen, auch mal "groß" zu denken.

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