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Mädchen für den Rettungsdienst begeistern

Philipp Köhler, Organisator des Girls'Day beim DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe; Foto: Rolf Oeser

Bereits zum vierten Mal hat der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe am Girls'Day teilgenommen. Fast 400 Mädchen haben sich dort bisher für die Ausbildung zur Notallsanitäterin interessiert und Einblicke in das facettenreiche Berufsbild erhalten. Und das mit großem Erfolg: 35 Prozent der Auszubildenden des DRK-Rettungsdienstes Rheinhessen-Nahe sind mittlerweile Frauen. Philipp Köhler, Organisator des Girls'Day, sprach mit uns darüber, warum der Girls'Day eine wertvolle Plattform ist, um die Berufe im Rettungsdienst schon früh bekannt zu machen.

Girls'Day: Was hat bei Ihnen das Interesse geweckt, sich am Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag zu beteiligen?
Philipp Köhler: Der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe begrüßt die bundesweite Initiative zum Girls'Day. Es ist wichtig, Mädchen schon früh den Einblick in scheinbar typisch männliche Berufe zu ermöglichen und sie in der Berufsfindung zu unterstützen. Der Girls'Day bietet hier sehr gute Möglichkeiten, da sich die Mädchen ganz ungezwungen mit dem ausgewählten Berufsbild vertraut machen können. Da wir als größter Rettungsdienst in Rheinland-Pfalz mit 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fortlaufend auf der Suche nach Nachwuchskräften sind, ist der Girls'Day eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich als Unternehmen zu präsentieren. Der Girls'Day ist für uns eine wertvolle Plattform, um die Berufe im Rettungsdienst schon früh bekannt zu machen und über die Perspektiven in diesem interessanten und erlebnisreichen Berufsfeld zu informieren. Nach dem Wegfall des Zivildienstes ist es für uns als Rettungsdienst noch wichtiger geworden, neue Wege in der Personalgewinnung zu gehen. Mit Aktionen wie dem Girls'Day möchten wir Mädchen für eine Tätigkeit im Rettungsdienst begeistern und schon früh Kontakte knüpfen.

Wie groß ist die Veranstaltung, die Sie organisieren? Haben Sie Ihr Angebot auf eine bestimmte Altersgruppe oder Schulform abgestimmt?
Die vier Veranstaltungen, welche wir an vier Standorten gleichzeitig anbieten, ermöglichen 100 Mädchen ab der 7. Klasse jeglicher Schulform den Beruf der Notfallsanitäterin zu entdecken.

Wie haben Sie Ihr Angebot gestaltet? Was erwarten Sie von dem Tag?
Am Girls'Day können die Teilnehmerinnen den Rettungsdienst sozusagen "live" erleben. Neben Informationen zur Ausbildung im Rettungsdienst stehen vor allem praktische Tätigkeiten im Vordergrund. Die Mädchen können sich an den Geräten eines Rettungswagens ausprobieren, an einer Führung durch die Rettungswache teilnehmen und erhalten außerdem noch einen kleinen "Crashkurs" in der Durchführung einer Herz-Lungen-Wiederbelebung. Erfahrene Mitarbeiterinnen und Auszubildende begleiten den Aktionstag und informieren aktiv zum Arbeitsumfeld der Notfallsanitäterin. In einer Talkrunde können die Mädchen mit den Notfallsanitäterinnen und Auszubildenden ins Gespräch kommen. Die Teilnehmerinnen erhalten ein umfangreiches Medienpaket zur Ausbildung und dem Freiwilligendienst im Rettungsdienst.

Grundsätzlich erwarten wir uns von diesem Tag, dass die Teilnehmerinnen einen spannenden Tag bei uns verbringen und mit einem positiven Gefühl und fundierten Informationen nach Hause gehen. Darüber hinaus hoffen wir das Unternehmensimage nachhaltig positiv zu stärken, auch wenn die Mädchen sich eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin im Nachgang nicht vorstellen können. Der Girls'Day soll alle Teilnehmerinnen in die Lage versetzen, ihre Berufswahl auf einer informierten Basis zu treffen.

Wer ist an den Vorbereitungen zum Girls'Day in Ihrem Betrieb beteiligt und ab wann sind Sie mit der Organisation angefangen?
Die Vorbereitungen beginnen traditionell im Januar und werden federführend durch die Abteilung Unternehmenskommunikation in Absprache mit der Geschäftsleitung gesteuert. Die Mitarbeitenden an den Aktionsstandorten organisieren, nach einem festgelegten Grundkonzept, die Veranstaltung vor Ort in weitgehender Eigenregie. Die Presse- und Medienarbeit wird zentral durch die Abteilung Unternehmenskommunikation geleistet.

Wie erfahren die Mädchen von Ihrem Angebot? Ist es eine offene oder geschlossene Veranstaltung? Gibt es eine Zusammenarbeit mit Schulen oder anderen Einrichtungen?
Die Veranstaltung wird vornehmlich über die sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram und Twitter beworben. Eine Anmeldung ist ausschließlich über das Onlineportal von www.girlsday.de möglich. Grundsätzlich können alle Mädchen an den Aktionstagen teilnehmen. Eine besondere Kooperation mit Schulen besteht in dem Sinn, dass einige Schulen unsere Veranstaltungsplakate aushängen.

Wann würden Sie den Girls'Day als erfolgreich bewerten?
Ein erfolgreicher Girls'Day war es für uns, wenn alle Plätze belegt sind und die Mädchen begeistert nach Hause gehen. Nachhaltig erfolgreich ist ein Girls'Day dann, wenn es auch eine entsprechende Medienresonanz auf unsere Aktionstage gibt und das Unternehmensimage so weiter positiv gestärkt wird.

Haben sich ehemalige Girls'Day-Teilnehmerinnen bei Ihnen um ein Praktikum oder eine Ausbildung beworben?
Da wir den Girls'Day in dieser Form erst im vierten Jahr angeboten, sind die Teilnehmerinnen von damals leider noch nicht im Alter ein Praktikum zu absolvieren oder eine Ausbildung bei uns beginnen zu können.

Welche Impulse bringt der Girls'Day für Ihren Betrieb?
Die beteiligten Mitarbeitenden erfahren sich als kompetentes Team und sind mit Spaß bei der Sache. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich freiwillig am Girls'Day. Von vielen Mitarbeitenden wird der Girls'Day als willkommene Abwechslung wahrgenommen und ist im Nachgang noch häufig Gesprächsthema.

Haben Sie einen Tipp für ein Unternehmen, das sich erstmalig am Girls'Day beteiligt?
Neue Unternehmen sollten vor allem auf eine zielgruppengerechte Ansprache in der Bewerbung der Aktionstage achten und eine strukturierte Veranstaltung anbieten. Eine telefonische Erreichbarkeit in den Abendstunden und die Beantwortung von E-Mails bei Fragen sollte auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten erfolgen, da in dieser Zeit die meisten Nachfragen der Mädchen kommen.

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