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Je aktiver die Mädchen sind, desto besser

Porträt von einer Frau

Am Girls'Day 2016 nahmen am Bosch-Standort Schwieberdingen 50 Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren teil. Ein voller Erfolg, wie Sybille Knapp im Interview sagt. Ihrer Meinung nach ist es wichtig, den Mädchen ein abwechslungsreiches Programm zu bieten und ihnen auch die Möglichkeit zu geben, selbst praktisch tätig zu werden.

Girls'Day: Liebe Frau Knapp, was hat bei Ihnen das Interesse geweckt, sich am Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag zu beteiligen?
Sybille Knapp: Wir wollen den Mädchen durch den Girls'Day die Möglichkeit geben, ihr Interesse und den Spaß an Technik zu entdecken und dabei gleichzeitig unser Unternehmen und die Ausbildungsmöglichkeiten bei Bosch kennenzulernen.

Wie groß ist die Veranstaltung, die Sie organisieren? Haben Sie Ihr Angebot auf eine bestimmte Altersgruppe oder Schulform abgestimmt?
50 Töchter von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Schwieberdingen waren dieses Jahr dabei. Unser Angebot richtete sich an Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren von allen Schulen.

Wie haben Sie Ihr Angebot gestaltet? Was erwarten Sie von dem Tag?
In der Ausbildungsabteilung am Standort wurden die Mädchen selbst aktiv und stellten mit der fachlichen Begleitung unserer Auszubildenden einen LED-Schüttelwürfel her. Sie sahen die Hightech-Maschinen im Musterbau und erlebten eine ABS-Vorführung inklusive einer Vollbremsung in einem Testwagen auf einer mit Wasser überfluteten Teststrecke. Ganz nebenbei hatten die Mädchen auch die Gelegenheit, die Arbeitsplätze ihrer Eltern kennenzulernen. Neu waren dieses Jahr ein Arbeitsplatz-Besuch bei Ingenieurinnen und ein Einblick in das 3D-Drucken im neuen Developer Training Center für 3D-Druck, das Anfang 2016 in Schwieberdingen eingerichtet wurde. Zudem veranstalteten wir im Mai 2016 den Wettbewerb "Deine Idee in 3D", bei dem die Mädchen z.B. Skizzen einreichten, die dann als 3D-Teil ausgedruckt wurden. Zu gewinnen gab es attraktive Preise. Damit soll die Nachhaltigkeit des Girls'Day erhöht werden.

Wer ist an den Vorbereitungen zum Girls'Day in Ihrem Betrieb beteiligt und ab wann haben Sie mit der Organisation angefangen?
Wir haben bereits im Dezember letzten Jahres mit den ersten Vorbereitungen für den Girls'Day 2016 begonnen. Beteiligt waren: Ausbildungsabteilung, Weiterbildung, Ingenieurinnen aus Fachbereichen sowie Mitarbeitende in den technischen Bereichen (Musterbau, Teststrecke).

Wie haben die Mädchen von Ihrem Angebot erfahren? Ist es eine offene oder geschlossene Veranstaltung? Gibt es eine Zusammenarbeit mit Schulen oder anderen Einrichtungen?
Da wir ausschließlich Töchter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bosch in Schwieberdingen bezüglich des Girls'Day angesprochen haben, war es eine geschlossene Veranstaltung. Die Einladungen wurden intern verschickt und der Girls'Day über unsere Plattformen intern beworben.

Wann würden Sie den Girls'Day als erfolgreich bewerten?
Der Girls'Day 2016 verlief sehr erfolgreich. In den Feedbackbögen haben die Teilnehmerinnen uns mitgeteilt, dass sie vom Girls'Day profitiert haben und sich nun besser vorstellen können, was es heißt, in einem technischen Beruf zu arbeiten. Mehr als die Hälfte der Mädchen interessieren sich nach dem Girls'Day noch mehr für Technik und Naturwissenschaften als vorher und rund drei von vier Mädchen können sich vorstellen, sich für eine technische Ausbildung/Studium zu bewerben.

Haben sich ehemalige Girls'Day-Teilnehmerinnen bei Ihnen um ein Praktikum oder eine Ausbildung beworben?
Ja, wir haben einige Kolleginnen, die auch schon am Girls'Day bei uns teilgenommen haben.

Welche Impulse bringt der Girls'Day für Ihren Betrieb?
Vielfalt ist für uns sehr wichtig, denn gemischte Teams kommen zu besseren Ergebnissen. Daher fördern wir Frauen in technischen Berufen. Der Girls'Day ist eine wichtige Maßnahme dafür. Der Tag wurde schon Wochen vorher bei unseren rund 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angekündigt und auch am Tag selbst beworben. Der Girls'Day wird von unseren Mitarbeitenden sehr positiv wahrgenommen und alle unterstützen gerne. Dieser Tag zeigt, dass Eltern und Unternehmen dazu beitragen können, mehr Mädchen für Technik zu begeistern und Vorurteile zu überwinden.

Haben Sie einen Tipp für Unternehmen, die sich erstmalig am Girls'Day beteiligen?
Um den Mädchen technische Berufe näherzubringen, ist es wichtig, den Mädchen ein abwechslungsreiches Programm zu bieten und ihnen auch die Möglichkeit zu geben, selbst praktisch tätig zu werden. Die teilnehmenden Mädchen sind sehr neugierig und wissbegierig, so dass es bei der Gestaltung des Programmes für den Girls'Day heißt: "Je aktiver die Mädchen sind, desto besser."

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