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Ein erster Kontakt mit dem Unternehmen

Eine junge FRau steht in der Werkhalle einer Firme, im Hintergrund sind Arbeiter zu sehen.

In der WIKA Gruppe arbeiten aktuell 8.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um den Globus. Weil das Unternehmen auf junge Frauen als qualifizierte Nachwuchskräfte nicht verzichten kann, beteiligt sich das Unternehmen schon seit mehreren Jahren am Girls'Day. Erfolgreich. Immer wieder kommen Mädchen, die sich bei WIKA am Girls'Day beteiligt haben zurück: als Auszubildende. Yvonne Busch ist die Ausbildungsleiterin bei der WIKA SE & Co.KG.

Girls'Day: Frau Busch, warum beteiligen Sie sich am GirlsDay – Mädchen-Zukunftstag?

Yvonne Busch: Die Mädchen für technische Berufe zu begeistern und das Interesse zu wecken – das ist eigentlich die Hauptmotivation für unsere Teilnahme am Girls'Day. Industriemechanikerin, Zerspanungsmechanikerin- und Fertigungsmechanikerin, Elektronikerin und Mechatronikerin sind die für den Girls'Day relevanten Ausbildungsberufe bei uns. In den genannten Berufsgruppen bilden wir etwa 20 Azubis aus, der Anteil der Mädels liegt etwa bei fünf Prozent – wobei der Anteil bei den Elektronikerinnen und Mechatronikerinnen höher ist als bei den mechanischen Berufen: Die Ausbildungszahlen sind hier auf jeden Fall ausbaufähig.

Gab es eine Art Initialzündung?

Der eigentliche Hauptgrund war wirklich mehr Mädchen bei uns auszubilden – wir haben zwar immer mal wieder Mädels, auch in den dualen Studiengängen, aber einfach zu wenig. Außerdem hat sich gezeigt, dass die Mädchen in der Ausbildung für die Gruppe auch positive Auswirkungen haben, vor allem im persönlichen Miteinander.

Wie gehen Sie den Girls'Day an?

Wir haben zwölf Plätze in Elektronik-Mechatronik-Bereich und zwölf Plätze im mechanischen Bereich. Wir haben das Programm nicht auf eine Altersgruppe begrenzt oder auf eine besondere Schulform abgestimmt – unser Girls’Day ist für alle offen. Die Anmeldung läuft ganz normal über die Girls’Day-Homepage. Acht Wochen vorher beginnen wir mit der Planung des Tages, wobei genaugenommen ist es bei uns nur ein halber Tag. Und weil wir es jedes Jahr machen, haben wir  schon eine gewisse Routine. Im Optimalfall binden wir natürlich unsere Auszubildende mit ein, vor allem auch die Mädchen in den jeweiligen Berufen. Sie wirken bei den Vorbereitungen, aber auch bei der Durchführung am Tag selber mit. Am Girls‘Day bieten wir abwechslungsreiche Tätigkeiten an. Die Mädchen dürfen natürlich praktisch ein Werkstück herstellen. Die einen fertigen eine Uhr, die anderen stellen eine kleine Schaltung her – so können wir ihnen ganz einfach zeigen, dass diese Tätigkeiten nicht nur etwas für die Jungs sind, sondern auch den Mädels Spaß machen.

Wie finden es die teilnehmenden Mädchen, dass sie am Girls'Day auf weibliche Auszubildende treffen?

Es ist unterschiedlich. Gerade bei den jüngeren Mädchen ist es ja wichtig, einfach erst einmal das Interesse zu wecken. Da ist es natürlich immer hilfreich, wenn da schon Mädchen sind, die genauso eine Ausbildung machen. Wir binden natürlich auch die männlichen Azubis mit ein, das finden die Mädchen meist auch immer ganz toll.

Haben die Mädchen Erwartungen an den Girls'Day oder an ihr Unternehmen?

Sie wollen schon genau wissen, welche Berufe bilden wir aus, wann kann man hier ein Praktikum machen. Viele kommen dann ein, zwei Jahre nach dem Girls'Day und machen mal eine Woche ein Schnupperpraktikum. Die haben dann wirklich auch Interesse daran, das einmal Erlebte weiter auszubauen.

Und bleiben einige Mädchen auch dabei?

Ja! Es sind schon ein paar und wir merken auch an so Fällen wie der Jessica – das wir das seit Jahren machen. Es ist nicht die Masse, von den 24 Mädels – vielleicht 2. Der Tag ist schon darauf ausgelegt, dass wir später die eine oder andere Bewerbung von den Mädchen bekommen, aber uns ist schon bewusst, dass sich von den 24 keine 18 bewerben. Aber wenn man ein, zwei begeistert, dann ist es doch auch schon was wert.

Spricht sich das rum?

Auf jeden Fall. Das bringt immer etwas. Wir machen noch verschiedene weitere Veranstaltungen, wo Schulklassen hier her kommen. Aber der Girls'Day ist eben besonders wichtig, weil er für die Mädchen so etwas wie ein erster Kontakt mit dem Unternehmen ist. Er ist besonders wichtig, weil es so auch für die jungen Mädchen schon möglich ist, an die Technik herangeführt zu werden. Diese können dann später noch ein Praktikum hier machen, oder kommen vielleicht noch einmal mit der Schule zur Betriebsbesichtigung und dann bewerben sie sich im Optimalfall. Also der Girls'Day ist ein wichtiger Meilenstein hin zur Berufsfindung. Je früher man anfängt, umso besser.

Der Girls'Day soll nur einen Eindruck vermitteln – es soll niemand gezwungen werden. Manch eine weiß dann auch ganz klar, dass so ein technischer Beruf eben nichts für sie ist – aber andere kommen eben wieder. Und deswegen machen wir beim Girls'Day mit.

Wie kommen die Mädchen denn zu Ihnen?

Ganz viele Mädchen kommen ganz klar über die Website, aber viele eben auch über ihre Eltern. Wir haben hier am Standort 2.000 Mitarbeiter, die wissen schon vom Girls‘Day – das spricht sich in den Schulen rum. Oft fragen uns die Mitarbeiter schon immer sehr frühzeitig, "Macht ihr da auch mit", "Wann kann man sich anmelden?" Und wir verweisen dann auf die Homepage. Und da sind die Plätze dann ruckzuck voll. Wer sich als erstes anmeldet, der hat den Platz, wer zu spät kommt, der hat Pech.

Liebe Frau Busch, vielen Dank für das Gespräch.

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