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Die Scheu vor dem Programmieren nehmen

Gruppenbild mit Girls'Day-Teilnehmerinnen

Weil sich auf die Stellenausschreibungen kaum Softwareentwicklerinnen melden, ist die OFIGO GmbH & Co KG aktiv geworden. 2015 hat das IT-Unternehmen erstmals am Girls'Day teilgenommen, auch um den Mädchen die Scheu vor dem Programmieren zu nehmen. Andreas Rittel und Stephan Spies, Gründer und Geschäftsführer der OFIGO GmbH & Co KG, erzählen im Interview, warum es sich gelohnt hat!

Sie haben 2015 zum ersten Mal am Girls'Day teilgenommen. Was hat bei Ihnen das Interesse geweckt?
Eine Mitarbeiterin brachte uns auf die Idee. Wir fanden das Projekt spannend und stimmten sofort zu. Denn in unserem Arbeitsalltag sind wir ständig mit dem Thema des weiblichen Arbeitskräftemangels konfrontiert. Auf unsere Stellenausschreibungen bewerben sich kaum Frauen als Softwareentwicklerinnen, obwohl wir gerne Frauen einstellen würden. Hier besteht dringend Handlungsbedarf, und für uns als kleines IT-Unternehmen ist der Girls'Day die ideale Plattform, um hier die Weichen für die Zukunft zu stellen. 

Wie lief der Girls'Day bei Ihnen konkret ab? Haben Sie Ihr Angebot auf eine bestimmte Altersgruppe oder Schulform abgestimmt?
Da wir sozusagen Neuland betreten haben, wollten wir unser Angebot nicht einschränken und waren für alles offen. Konkret haben sich dann Gymnasiastinnen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren angemeldet. Die Veranstaltung selbst begann zunächst mit einer kurzen Vorstellungsrunde, bei der selbstverständlich das gesamte OFIGO-Team anwesend war, sowie einer Besichtigung der Büroräume. Anschließend durften die Mädchen an die Computer, um u.a. eine eigene Seite für unsere Website zu erstellen.

Die Mädchen können sich praktisch erproben?
Ja, wir wollten so viel Praxisbezug und so wenig Theorie wie möglich vermitteln. Beim Erstellen der Website wurden Begriffe wie Backend, CMS oder JavaScript an praktischen Beispielen vermittelt. Wichtig war uns, den Mädchen die Scheu vor dem Programmieren zu nehmen, egal ob von Webseiten oder von Software.

Welchen Beruf wählen die Mädchen, wenn sie sich für eine Ausbildung / einen Job in Ihrem Haus entscheiden?
Nun, in erster Linie stellen wir Softwareentwickler/-innen ein. Das heißt aber nicht, dass sie zwangsläufig einen IT-Studiengang absolvieren müssen. Unsere Mitarbeiter haben einen multidisziplinären Hintergrund. Eine hohe Affinität zum Thema IT im Allgemeinen und Softwareentwicklung im Speziellen sollte allerdings vorhanden sein.

Der Girls'Day ist also eine Chance – nicht nur für die Mädchen?
Ja, absolut. Denn, wenn wir durch solche Veranstaltungen bei Mädchen das Interesse an der IT wecken, setzen wir wichtige Zeichen für die Zukunft. Das kommt der gesamten IT-Branche von morgen zugute.

Wie haben Sie Ihr Angebot gestaltet? Was erwarten Sie von dem Tag?
Wir wollten den Tag für die z.T. noch sehr jungen Teilnehmerinnen spannend und abwechslungsreich gestalten. Dazu gehörte, wie bereits erwähnt, dass wir uns nicht in langen, theoretischen Vorträgen verlieren, sondern die Mädchen selbst entwickeln lassen wollten. Darüber hinaus wollten wir mit dem Klischee aufräumen, dass in IT-Betrieben nur "Nerds" arbeiten, die nicht über den eigenen Tellerrand schauen können und auch sonst wenig soziale Kompetenzen aufweisen. Das ist uns sicherlich gelungen! So ganz konnten wir uns von Klischees allerdings nicht lossagen: Zum Mittagessen gab es Pizza!

Wer ist an den Vorbereitungen zum Girls'Day in Ihrem Betrieb beteiligt und ab wann haben Sie mit der Organisation angefangen? Wer betreut die Workshops?
Die Vorbereitung sowie die Durchführung des Girls'Day oblagen Gina Becker, Verantwortliche Kommunikation, und dem IT-Berater Philipp Nürnberger. Sie haben gemeinsam den Ablauf der Veranstaltung konzipiert und durchgeführt sowie die Workshops geleitet. Die Planung begann mit dem Tag, an dem der Teilnehmerkreis feststand. Dabei stand für Frau Becker und Herrn Nürnberger immer die Frage im Mittelpunkt, was den Mädchen Spaß machen würde, mit welchen Erwartungen sie zur OFIGO kommen würden und welchen Mehrwert die Veranstaltung für sie hätte.

Wie haben die Mädchen von Ihrem Angebot erfahren? Gibt es eine Zusammenarbeit mit Schulen oder anderen Einrichtungen?
Über die Girls'Day-Website. Das Interesse war sehr groß, denn binnen weniger Tage waren die sechs Plätze, die wir zur Verfügung gestellt hatten, sofort belegt. Bisher gibt es noch keine konkreten Projekte bezüglich einer Zusammenarbeit mit Schulen. Dies möchten wir in Zukunft aber sehr gerne angehen.

War der Girls'Day für Sie ein Erfolg? Haben Sie Rückmeldungen von den teilnehmenden Mädchen?
Die Frage nach dem Erfolg können wir uneingeschränkt mit Ja beantworten. Wir haben am Ende des Girls'Day einen kleinen Film gedreht, der sicherlich für sich spricht. Er ist auf dem OFIGO youtube-Kanal bzw. auf unserer Website allen zugänglich. Und erst kürzlich hat uns eine Teilnehmerin erneut angesprochen und sich begeistert über den spannenden und lehrreichen Tag geäußert, den sie bei der OFIGO verbringen durfte.

Welche Impulse bringt der Girls'Day für Ihren Betrieb?
Ein zentraler Impuls ist, zukünftig Frauen den Einstieg in die IT noch stärker zu ermöglichen. Denn im Zeitalter von Industrie 4.0 sowie der fortschreitenden Digitalisierung von Unternehmen sollten Frauen nicht weiter eine Minderheit in der IT-Branche sein.  

Lieber Herr Rittel, lieber Herr Spies, vielen Dank für das Gespräch.

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