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Der Girls'Day lohnt sich für Heraeus

Porträt von Sonya Akrouti

Die Heraeus Holding GmbH in Hanau ist schon seit 2002 am Girls'Day beteiligt. Am Girls'Day bei Heraeus können die Mädchen technische Berufe anhand von praktischen Tätigkeiten kennenlernen und können sich mit Auszubildenden im Unternehmen austauschen. Sonya Ofcarek ist im Ausbildungsmarketing tätig und sieht den Girls'Day als eine wichtige Möglichkeit um mehr Schülerinnen für technische Berufsbilder zu begeistern. Die Heraeus Holding GmbH hat schon mehrere junge Frauen aufgrund des Girls'Day für eine Ausbildung in Ihrem Unternehmen gewinnen können und ist mit dieser Entwicklung sehr zufrieden.

Girls'Day: Frau Ofcarek, was hat bei Ihnen das Interessegeweckt, den Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag zu veranstalten?
Sonya Ofcarek: Heraeus ist seit der ersten Stunde am Projekt Girls'Day beteiligt. Seit mittlerweile fast 10 Jahren haben Mädchen die Gelegenheit, an diesem Tag einen Einblick in die technischen Ausbildungsberufe und dualen Studiengänge von Heraeus zu erhalten. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Spaß die Mädchen haben und mit welcher Begeisterung sie sich vorstellen können, ebenfalls mal einen technischen Beruf zu erlernen. Mittlerweile findet sich in jedem unserer angebotenen Ausbildungsberufe auch mindestens ein Mädchen pro Lehrjahr. Gerade im metalltechnischen Bereich war dies in der Vergangenheit nicht der Fall. Das zeigt, dass sich der Girls'Day bei Heraeus lohnt.

Wie groß war die Veranstaltung, die Sie organisiert haben? Haben Sie Ihr Angebot auf eine bestimmte Altersgruppe abgestimmt? Wie alt waren die Mädchen und welche Schulform haben sie besucht?
Wir bieten jedes Jahr rund 50 Mädchen ab 12 Jahren die Gelegenheit am Girls'Day in Hanau teilzunehmen. Vorrang bei der Platzvergabe haben Mitarbeiterkinder und deren Freundinnen, da Heraeus als Familienunternehmen viel Wert auf Familie legt. An unserem Standort in Kleinostheim können weitere 20 Mädchen die quarzglastechnische Ausbildung bei Heraeus kennenlernen. Wir begrüßen Teilnehmerinnen aller Schulformen – also Haupt-, Real-, Wirtschaftsschule und Gymnasien.

Wie haben Sie Ihr Angebot gestaltet? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Am Standort Hanau wurden die Mädchen nach einer Begrüßung und Kurzvorstellung des Unternehmens in kleine Gruppen entsprechend ihrem Alter aufgeteilt. Anschließend konnten sie die Berufsbilder in den Bereichen Metall, IT, Mechatronik und Chemie kennenlernen. Im Richard-Küch-Forum erfuhren sie Wissenswertes über die Heraeus Produktwelt. Abgerundet wurde das Programm durch nützliche Bewerbungstipps. Das Besondere daran: Die Teilnehmerinnen durften in den einzelnen Bereichen selbst Hand anlegen und an konkreten Aufgaben ihre Fingerfertigkeit unter Beweis stellen. So wurde zum Beispiel ein Locher repariert, ein Schlüsselanhänger graviert, Stoffe in der Chemie bestimmt oder auch Fotos am PC bearbeitet. Die Auszubildenden der einzelnen Berufsgruppen haben die Mädchen betreut und hatten ebenfalls sehr viel Spaß an diesem Tag.

Wer war an den Vorbereitungen zum Girls'Day in Ihrem Betrieb/IhrerEinrichtung beteiligt und ab wann haben Sie mit der Organisation angefangen?
Die Organisation wird vom Ausbildungsmarketing zusammen mit den Lernbegleitern der einzelnen Berufsgruppen durchgeführt. Hier unterstützen Azubis bei der Vorbereitung und Betreuung und entwickeln jedes Jahr neue Ideen, was sie den Mädchen an diesem Tag Praktisches zeigen können. Die Organisation beginnt sehr frühzeitig, da die Nachfrage hoch ist und die Plätze relativ zeitnah nach Veröffentlichung des nächsten Girls'Day-Termins besetzt sind. Jedes Jahr haben wir viele Mädchen auf der Warteliste, die wir aber auf jeden Fall im Folgejahr für den Girls’Day einladen.

Wie haben die Mädchen von Ihrem Angebot erfahren? War es eine offene oder geschlossene Veranstaltung? Gab es eine Zusammenarbeit mit den Schulen?
Der Girls’Day wird – sobald der Termin bekannt ist – in unserem internen Mitarbeiterportal ausgeschrieben. Anschließend haben Eltern die Möglichkeit, ihre Töchter sowie eine Freundin anzumelden. Die Plätze in Kleinostheim sind öffentlich über die Girls’Day Homepage ausgeschrieben und die Anfragen gehen online ein.

Haben Sie sich an einem regionalen Arbeitskreis des Girls’Day beteiligt oder mit einem regionalen Arbeitskreis zusammengearbeitet?
Nein, Heraeus organisiert den Girls'Day allein.

War es ein erfolgreicher Tag für Sie? Hatte der Girls'Day "Nachwirkungen"?
Mir persönlich macht der Girls’Day immer sehr viel Spaß, und es ist schön, das positive Feedback der Mädchen am Ende des Tages zu bekommen. Als sehr gut empfinden die Teilnehmerinnen immer, dass sie selbst etwas ausprobieren können und die Gelegenheit haben, sich mit weiblichen Auszubildenden in technischen Berufen auszutauschen. Positive Nachwirkungen sind unter anderem die daraus folgenden Bewerbungen von Mädchen für technische Ausbildungsberufe in unserem Unternehmen.

Haben Sie aufgrund des Girls'Day junge Frauen für technische Ausbildungen einstellen können? Welche Impulse bringt das für Ihren Betrieb?
Wir haben bereits mehrfach junge Mädchen aufgrund des Girls’Day in technischen Ausbildungsberufen gewinnen können. Deshalb ist diese Veranstaltung für unser Unternehmen sehr wichtig.

Wie hoch ist der Anteil von Frauen in technischen Berufen in Ihrem Unternehmen/ Ihrer Organisation?
Leider ist der Anteil an Frauen in technischen Berufen noch immer sehr gering. Aktuell stellen wir allerdings eine positive Entwicklung fest und können zunehmend auch technische Ausbildungsplätze mit Schülerinnen besetzen. Dieses Jahr haben wir 22 Prozent weibliche Auszubildende im technischen Bereich in Chemie und Metall-Berufen sowie technischen Dualen Studiengängen eingestellt.

Haben Sie schon mehrmals den Girls’Day organisiert? Gab es Unterschiede zwischen dem aktuellen Girls'Day und dem vorjährigen?
Ich organisiere den Girls'Day im nächsten Jahr zum dritten Mal und mir macht es immer wieder sehr viel Spaß. Das Grundkonzept, wie wir den Tag gestalten, steht und hat sich bewährt. Aber die vielen unterschiedlichen Mädchen machen es in jedem Jahr zu einem aufregenden Tag für alle Beteiligten.

Warum sollte es einen Girls'Day geben?
Der Girls'Day ist sehr wichtig, um den Schülerinnen zu zeigen, welche Möglichkeiten es für Mädchen im technischen Bereich gibt. Es gibt zu viele neue und unbekannte Berufsbilder und der Girls'Day ist eine tolle Gelegenheit für die Teilnehmerinnen, die Berufe hautnah kennenzulernen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Vielleicht stellt die eine oder andere hier Fähigkeiten und Fertigkeiten fest, die sie ohne den Girls'Day nicht herausgefunden hätte.

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