Girls’Day 2017 in der Software-Manufaktur

Einblicke in Berufe, die noch vorwiegend von Männern dominiert sind – das verspricht der bundesweite Girls’Day Schülerinnen ab der 5. Klasse an diesem "Mädchen-Zukunftstag". Software-Entwicklung ist definitiv eine dieser Männerdomänen, der eine ordentliche Portion Frauenpower gut zu Gesicht stehen würde. Gesagt, getan dachte Slava Markert, HR-Managerin der Software-Manufaktur DR. THOMAS + PARTNER (TUP), und öffnete am Girls'Day 2017 die TUP-Tore für sieben engagierte junge Damen aus unterschiedlichen Schulen der Umgebung. Doch nicht nur die Software-Entwicklung stand im Fokus, zwei potentielle Nachwuchsredakteurinnen verbrachten ihren Girls'Day in der TUP-Redaktion.

Mitten drin statt nur dabei

Den besten Eindruck von einer Tätigkeit bekommt man, wenn man selbst mit anpackt. Deshalb ging es beim TUP-Girls'Day nach einer kurzen Begrüßungsrunde direkt in die Workshops der einzelnen Bereiche über. Die TUP-Azubis nahmen sich den fünf Software-interessierten Besucherinnen an und demonstrierten in der Azubischmiede, wie sich der Alltag des Entwickler-Nachwuchses anfühlt. Neben ersten technischen Infos gaben sie den Mädels auch die Möglichkeit, sich selbst an kleinen Entwicklungsaufgaben zu probieren.

Die Redaktions-Girls wurden unter die Fittiche von Markus Henkel und Andreas Plöger genommen. Sie hatten, nach einer kurzen Einführung in das journalistische Handwerk, die Möglichkeit, den TUP-Geschäftsführer Simon Thomas zu interviewen und so ihre erste Veröffentlichung für die TUP-Webseite zu erarbeiten.

Vor der Mittagspause machten alle Girls'Day-Teilnehmerinnen dann einen kurzen Exkurs in das Thema Web-Design. Tobias Holl von der Firma GAXWEB gab Einblicke hinter die Kulissen von aktuellen Webprojekten und veranschaulichte den Unterschied von der einstigen Webprogrammierung zur heutigen Arbeit mit Web-Content-Management-Systemen.

Der Nachmittag stand wieder im Zeichen der beiden Interessengruppen. Die Nachwuchs-Entwicklerinnen bekamen die Möglichkeit, angeleitet von den Azubis aus dem zweiten Ausbildungsjahr, erste Erfahrungen im Bereich der Webprogrammierung zu sammeln. An konkreten Beispielen wurde gemeinsam bestaunt, was kleine Veränderungen im HTML-Code für Auswirkungen auf das Erscheinungsbild einer Webseite haben können. In der Redaktion wurde derweil fleißig das Interview mit dem Geschäftsführer bearbeitet und schließlich kollaborativ finalisiert.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Interview von Lina und Paula mit Geschäftsführer Simon Thomas

Herr Thomas, die Atmosphäre bei TUP ist sehr freundlich und freundschaftlich für eine Firma. Wie schafft man es, eine solch tolle Atmosphäre im Unternehmen aufrecht zu halten? Was für Herausforderungen müssen Sie dabei als Geschäftsführer überwinden?

Der Schlüssel zum harmonischen Miteinander ist der Respekt untereinander. Ich glaube fest daran, dass ein respektvoller Umgang dafür sorgt, dass wir dann auch in kritischen Situationen als Team bestehen. Grundsätzlich wird niemand dafür bestraft, wenn mal Fehler passieren. Wir werden meines Erachtens aus Fehlern nur besser. Wir schaffen seit Jahrzehnten eine Mischung aus Leistung und Gemeinsamkeiten – egal ob durch regelmäßige Kaffeepausen oder teambildende Maßnahmen. Ist der Mitarbeiter zufrieden, bringt er auch die Leistung, die letztendlich der Kunde bei uns beauftragt.

Die Herausforderung dabei ist zweifelsohne im Umgang miteinander zu finden. Wir sind wie eine Familie und innerhalb einer Familie gibt es zwar auch Zoff, doch eskalieren stressige Situation innerhalb familiärer Strukturen weniger. Man muss da als Chef schon ein wenig aufpassen. Doch finde ich, dass es zum guten Ton gehört, anständig und respektvoll miteinander umzugehen.

Wie schafft man es eigentlich, so eine große Firma aufzubauen?

Das ist eine gute Frage (lacht). Ein Faktor ist natürlich die Zeit. TUP besteht mittlerweile seit über 35 Jahren. Mein Vater, Frank Thomas, hatte damals eine Vision und steckte sein gesamtes Herzblut ins Unternehmen. Er war es auch, der diese einzigartige Philosophie als Unternehmenskultur prägte. Erst vor knapp zehn Jahren übergab er das Zepter an meinen Bruder und mich. Die technische Qualität hat sich seither nicht verändert, ist sogar immer weiter verfeinert wurden. Unsere Erfahrung: Qualität sowie die dadurch steigende Kundenzufriedenheit beschert uns volle Auftragsbücher und natürlich zufriedene Kunden.

Wie sehen die Trends innerhalb der Intralogistik für die nächsten fünf Jahre aus?

Die Lohnkosten in Deutschland werden auch in Zukunft stetig steigen. Die Industrie wird deshalb immer mehr auf die Automatisierung und auf Robotik setzen. Außerdem wird die Digitalisierung weiter voranschreiten, das bedeutet mehr Computertechnik und mehr Datenverarbeitung. In jedem Prozess fallen heute eine Menge an Daten an, oft ist aber gar nicht geklärt, was mit diesen Daten passieren soll und darf.

Sprich, da in Deutschland Arbeitsplätze sehr kostenintensiv sind, wird es meines Erachtens mehr automatisierte logistische Systeme geben, dafür aber weniger Arbeitskraft benötigt. Und der Datenschutz wird sich neu erfinden müssen. Es ist aber aus der heutigen Perspektive schwer abzuschätzen, welche gesellschaftlichen Auswirkungen deswegen auf uns zukommen.

Lina und Paula danken für das Interview.

Positives Feedback von den Girls und den Veranstaltern

Beim gemeinsamen Abschluss viel das Feedback auf beiden Seiten durchweg positiv aus. Speziell das unkomplizierte Verhältnis zwischen Azubis und den Besucherinnen und die vielen Tipps für die Praxis wurden von den Teilnehmerinnen mehrfach positiv erwähnt… und letztlich half die Pizza aus der Mittagspause den letzten in der Feedback-Runde, einen noch nicht genannten positiven Aspekt zu finden. Auch auf Seiten der TUP-Verantwortlichen ist man sehr zufrieden mit dem Verlauf des Girls'Day auf dem Campus: "Es wäre sehr wünschenswert, einige derart engagierter junger Damen in den nächsten Jahren hier an Bord holen zu können", freut sich HR-Managerin Slava Markert. "Ich glaube, diese Art von Veranstaltung zeigt sowohl den Teilnehmerinnen als auch den Veranstaltern, dass viele der gängigen Klischees im Bereich der Software-Entwicklung mehr als überholt sind."

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