"Baufix, Lego und Eisenbahn"

Marion Deimling hat zwei Töchter und ist von Beruf Angestellte. Sie engagiert sich als Betreuungskraft in der Grundschule und im Schulelternbeirat am Gymnasium. Ihre 18-jährige Tochter hat zweimal am Girls’Day teilgenommen und dabei die Bereiche Umwelt und Recycling sowie Hirnforschung kennengelernt.

Wie haben Sie zum ersten Mal vom Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag gehört?

Durch einen Artikel in der Nassauischen Neuen Presse Limburg, der von der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises initiiert wurde.

Welche neuen Erfahrungen haben Sie und Ihre Tochter durch den Girls'Day gemacht?

Sehr beeindruckend war für meine jüngere Tochter der Girls'Day beim Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main. Dort durfte sie ein menschliches Gehirn in der Hand halten.

Auf welche Weise unterstützen Sie Ihre Tochter bei den Girls'Day-Vorbereitungen?

Ich unterstütze meine Tochter zunächst einmal bei der Auswahl der Angebote. Darüber hinaus helfe ich bei der Organisation von Fahrgemeinschaften zu weiter entfernten Veranstaltungsorten.

Wie wird der Girls'Day an der Schule Ihrer Tochter organisiert?

Der Girls'Day wird im jährlichen Elternbrief der Schule erwähnt und das Lehrerkollegium darüber informiert, dass an diesem Tage keine Klassenarbeiten geschrieben werden. Die Schüler werden für diesen Tag mittlerweile problemlos vom Unterricht freigestellt, wenn sie dies beantragen. Im Schulelternbeirat wird das Thema Girls'Day alljährlich frühzeitig thematisiert. Außerdem werden vom Schulelternbeirat Plakate im Gebäude aufgehängt und Flyer ausgelegt.

Wie können Eltern ihre Tochter bei der Berufsorientierung – besonders in Technik, Naturwissenschaften, IT und Handwerk – am besten fördern?

Eltern sollten ihren Kindern Mut machen und ihre natürliche Neugier schon im Kleinkindalter unterstützen. Je öfter Kinder Freude daran erleben, Dinge zu hinterfragen und auszuprobieren, je mehr sie Erfolg dabei haben, desto eher werden sie sich das Verstehen von komplizierten Zusammenhängen zutrauen. Eltern sollten auch dafür sorgen, dass die Kinder nicht nur geschlechtsspezifisches Spielzeug haben. Mädchen haben nicht nur Interesse an Puppen – sie können auch viel mit Baufix, Lego und Eisenbahn anfangen.
Wenn es um die Berufsorientierung geht, sind sicherlich Praktika oder Veranstaltungen wie der Girls'Day sehr sinnvoll, damit sich die Mädchen überhaupt eine Vorstellung von verschiedenen Arbeitsfeldern machen können.

Was wünschen Sie sich dafür an Unterstützung?

Mehr Angebote von Firmen in unserer Region am Girls'Day und mehr Unterstützung durch die Schule.

Wie können Eltern ihrer Tochter helfen, sich gegen Klischees bei der Berufswahl zu wappnen?

Eltern können positive Beispiele aufführen oder Kontakte herstellen zu Frauen, die in für Frauen bisher untypischen Berufen erfolgreich arbeiten.

Warum sollte es Ihrer Meinung nach den Girls'Day geben?

Um Mädchen die Möglichkeit zu geben, sich zu informieren und um Firmen die Möglichkeit zu geben, ein breiteres Spektrum von Nachwuchskräften anzusprechen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Töchter?

Dass beide Töchter Berufe ergreifen, in denen sie das Gefühl haben, eine interessante und sinnvolle Tätigkeit auszuüben. Dass sie in ihrem (Berufs-)Leben immer wieder Menschen begegnen, die sie ermutigen. Und, dass die Gesellschaft sich so weiterentwickelt, dass sie später Berufs- und Familientätigkeit miteinander in Einklang bringen können, ohne das eine oder andere vernachlässigen zu müssen. Derzeit ist dies für viele Frauen immer noch ein großes Problem.

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