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Die Unterstützung meines Vaters hat mir sehr geholfen

Junge Frau schraubt an Bahnschienen

Als Schülerin hat Michelle Mauritz am Girls'Day teilgenommen. Sie nutzte die Chance, um einen Einblick in den Beruf der Technischen Zeichnerin zu bekommen. Heute ist Michelle Mauritz 25 Jahre alt und arbeitet als Elektronikerin für Betriebstechnik bei der DB Netz AG in Oberhausen. Und sie ist immer am Girls'Day dabei– allerdings als Referentin. Sie zeigt jungen Frauen die Ausbildungswerkstatt und informiert sie über Ausbildungsinhalte. "Das ist eine gute Möglichkeit zu erfahren, ob der Beruf zu einem passt. Außerdem kann man reinschnuppern, ob man sich als einzige Frau in einem Männerberuf wohl fühlt", ist sich Michelle Mauritz sicher. Neben ihrem Beruf engagiert sie sich ehrenamtlich bei der DGB-Jugend und in der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft.

Ihre Leidenschaft für Technik hat Michelle Mauritz durch einen Zufall entdeckt. Eigentlich wollte sie Erzieherin werden. Doch dann kam alles anders. Die Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik begann sie 2010 – auf dem Weg dorthin hat ihr Vater sie begleitet.

"Ich habe die Realschule besucht. Dort haben wir in der 7. Klasse ein weiteres Hauptfach gewählt. Ich wollte in den Pädagogik-Kurs. Der war aber voll und so bin ich in einem naturwissenschaftlichen Kurs gelandet, der nur von Mädchen besucht wurde. Das war mein Glück. Denn als wir das erste Mal einen Stromkreis bauen sollten, war das, als ob bei mir ein Schalter umgelegt wurde. Von da an wusste ich, dass ich das machen wollte", erinnert sich Michelle Mauritz.

Die lange Suche nach dem Ausbildungsplatz

Nach dem Realschulabschluss entschied sie sich dazu, erst einmal das Fachabitur für Informations- und Kommunikationstechnik zu machen: "Ich war noch ziemlich grün hinter den Ohren. Während der Schulzeit kam ich dann auf die Idee, eine Ausbildung in dem Bereich zu machen. Und mit dem Abitur hatte ich einfach bessere Chancen."

Holprig wurde es dann bei der Suche nach dem richtigen Ausbildungsplatz. "Gerade bei kleinen Betrieben war es schwierig, einen Platz zu finden. Bei der DB Netz AG habe ich dann sofort einen Platz bekommen. Da wurde mir auch gleich gesagt, dass ich die einzige Frau bin", erinnert sich Michelle Mauritz. Dass sie die einzige Frau sein würde, war für die angehende Elektronikerin kein Problem. "Das kannte ich schon aus meiner Fachabiturklasse – da waren sonst auch nur Männer. Sicherlich gibt es manchmal Vorurteile gegenüber Frauen. Wenn ich dann aber den Fehler gefunden habe oder bei vermeintlichen Männerthemen mitreden kann, hat sich das auch erledigt. Manchmal ist der Ton etwas rauer. Damit kann ich umgehen. Dafür muss man dann die notwendige ‚Klappe‘ haben – und die habe ich."

Die Begleitung des Vaters war wichtig

Ihr Vater hat Michelle Mauritz immer unterstützt. "Als ich festgestellt habe, dass ich was mit Technik machen möchte, hat er das gleich positiv aufgenommen. ‚Mach das ruhig, mein Kind‘, war da sein Motto", erinnert sich die 25-Jährige. "Dabei hat er immer viel Geduld aufgebracht, besonders wenn Prüfungen anstanden. Als ich keinen Ausbildungsplatz gefunden habe, hat er seine Kontakte abgeklappert und geschaut, ob ich da unterkomme. Außerdem haben wir vorher gemeinsam die Arbeitsagentur besucht und uns über das Berufsfeld informiert." Dass der Vater ihr bei der Berufswahl geholfen und auf ihrem Weg immer hinter ihr gestanden hat, war für Michelle Mauritz eine große Unterstützung.

Berufswahl war die richtige Entscheidung

Ihre Ausbildung zur Betriebstechnikerin für Elektrotechnik war für Michelle Mauritz die richtige Entscheidung. "Ich finde meine Arbeit toll. Ich mag es, bei Wind und Wetter draußen zu arbeiten. Außerdem ist es immer abwechslungsreich, die Kollegen sind nett und die noch mechanische Technik begeistert mich", schwärmt Michelle Mauritz. Daher sei es gut gewesen, schon früh die Unterstützung des Vaters zu erfahren. "Ich konnte mit ihm darüber reden. Gemeinsam haben wir überlegt, wie man das am besten angehen kann."

Ihre Begeisterung für ihren Beruf zeigt Michelle Mauritz auch nach außen. Denn neben ihrer Tätigkeit engagiert sie sich ehrenamtlich bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). 2012 hat sie als Jugend- und Auszubildendenvertretung mit der Gewerkschaftsarbeit angefangen. Zwei Jahre später wurde sie zur Betriebsrätin gewählt. Im selben Jahr außerdem zur Landes- sowie zur Bundesjugendleiterin der EVG und vertritt dort bundesweit die Interessen junger Menschen ihrer und anderer Berufsgruppen – und dabei arbeitet sich noch Vollzeit in dem Beruf, den sie sich gemeinsam mit ihrem Vater ausgesucht hat.

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