Pressemitteilungen

27. Juli 2016

Jugendliche zeigen große Offenheit in der Erkundung neuer Berufsfelder und fühlen sich in diesen willkommen

Bielefeld, 01. August 2016. Über 5.200 Jungen und Mädchen bestätigen die Wirkung der Aktionstage Girls’Day und Boys’Day auf ihr Berufswahlverhalten. Das ist ein wesentliches Ergebnis der erstmalig eingesetzten Prä-Post-Befragung, ein Instrument zur Messung der direkten und langfristigen Wirkung. Mehr als 50 Prozent der befragten Mädchen gaben im Anschluss an den Aktionstag einen Wunschberuf an, in dem eher selten Frauen tätig sind. Das sind 18 Prozent mehr als noch vor dem Girls’Day. Bei den Jungen stieg der Anteil der Nennung von Berufen, in denen eher wenige Männer arbeiten auf 43 Prozent, ein Zuwachs von 14 Prozent. Im Herbst wird es eine dritte abschließende Befragung der Jugendlichen geben.

„Wir werden häufig gefragt, ob ein einziger Tag wirklich etwas bewirken kann, wenn es um die Berufsvorstellungen von Kindern und Jugendlichen geht. Auf der Grundlage unserer Ergebnisse können wir nun sagen: Ja, auf jeden Fall! Girls’Day und Boys’Day ermöglichen es Mädchen und Jungen, Berufe jenseits von Geschlechterklischees positiv zu erleben“, erläutert Lore Funk, wissenschaftliche Referentin beim Boys’Day und Girls’Day.

Im Bereich Pflege, Erziehung und Soziales kann der Boys’Day bei den teilnehmenden Schülern deutlich punkten, wie ein Junge zum Ausdruck bringt: „Der Tag war super und ich kann mir gut vorstellen, ein Freiwilliges Soziales Jahr nach dem Abi im Pflegeheim zu machen.“ Bei den Mädchen stieg das Interesse an einem technischen Studium nach dem Girls’Day sogar um mehr als 50 Prozent. „Ich war vor dem Girls’Day fest von meinem Berufswunsch überzeugt. Der Tag hat mich dazu angeregt einfach nochmal andere Berufe anzusehen und mich damit zu befassen“, schreibt eine Teilnehmerin nach dem Girls’Day.

Jungen wie Mädchen fühlen sich in den kennengelernten Berufen willkommen. Sie gaben im Vergleich zur Befragung vor dem Aktionstag deutlich häufiger an, dass es Spaß mache, in diesen Berufen zu arbeiten und dass die Berufe abwechslungsreicher seien, als sie es zuvor angenommen hatten. Ebenso bewerteten sie die Aufstiegschancen in den kennengelernten Berufen nach dem Aktionstag deutlich positiver als zuvor.

Das Gesamtergebnis der Prä-Post-Befragung nach der dritten Befragungsrunde wird Anfang des Jahres 2017 vorliegen.

Erste Ergebnisse der Befragung finden Sie unter www.boys-day.de und www.girls-day.de.

Pressekontakt:
Jennifer Reker|Urte Tegtmeyer
Girls’Day | Boys’Day
Am Stadtholz | 33609 Bielefeld
Telefon: 0521 / 106-7378 oder 106-7388
E-Mail: reker@kompetenzz.de, tegtmeyer@kompetenzz.de

28. April 2016

Girls'Day und Boys'Day zeigen Wirkung

Bielefeld, 28. April 2016. Für die heutigen Aktionstage Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag und Boys'Day – Jungen-Zukunftstag stellen Unternehmen und Organisationen, Betriebe und Institutionen Plätze für insgesamt rund 130.000 Mädchen und Jungen zur Verfügung. Der Girls'Day und der Boys'Day fördern die Potenziale und Stärken junger Menschen und sind wichtig für die  Berufsorientierung junger Frauen und Männer. Das zeigt eine Befragung von Mädchen und Jungen kurz vor den Aktionstagen: "Ich finde es sehr gut, dass es den Girls'Day gibt, da es eine unfassbare Chance für uns Mädchen ist, die auch unsere spätere Berufswahl beeinflussen wird", erklärt ein Mädchen. Auch der Boys'Day ist für Jungen ein gute Gelegenheit, einen ersten Einblick in die Berufswelt zu gewinnen:  "Ich finde den Boys'Day eine super Sache. Da kann ich schon sehr gute Erfahrungen sammeln und die Zukunft überdenken."

Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka begleitete anlässlich des heutigen Girls'Day zehn Mädchen in die Spinnentierabteilung des Museums für Naturkunde in Berlin. Gemeinsam gingen sie der Frage nach "Was macht eine Konservatorin und warum arbeitet sie freiwillig in der Spinnenabteilung?". Konservatorin oder Konservator ist ein technischer Ausbildungsberuf, der wenig bekannt ist – ebenso wie andere Berufe an einem Forschungsmuseum. Das Museum gewährte heute auch Einblicke in das DNA-Labor und die DNA-Analyse oder die Präparationswerkstatt.

Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Ralf Kleindiek,  besuchte beide Aktionstage, die die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) ausrichtete. Acht Mädchen bauten mit Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek Lego-Roboter und brachten die Mini-Maschinen dazu, selbstständig die Umgebung zu erkunden. Für die zwölf Jungen stand ein Babysitter-Diplom auf dem Programm: Die Schüler machten erste Erfahrungen in der Säuglingspflege, lernten diverse Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten kennen und erhielten so einen Einblick in die Aufgaben eines Erziehers und auch in die Rolle von Vätern.

Beide Aktionstage zeigen Wirkung – das belegen die Zahlen zur Berufs- und Studienwahl junger Frauen und Männer: Der Frauenanteil bei den Maler- und Lackiererinnen stieg von 2003-2014 von 8,1 auf 15 Prozent. Auch in den MINT-Studienfächern ist die Entwicklung positiv. Hier stieg der Anteil der Studienanfängerinnen von 18,6 Prozent im Jahr 2008 auf 31,3 Prozent im Wintersemester 2014/2015. Bei der Berufswahl der Jungen zeigen sich ebenfalls erste Erfolge. Im Ausbildungsberuf Erzieher beträgt der Männeranteil im Ausbildungsjahr 2014/15 18,3 Prozent im Vergleich zu 16,8 Prozent im Jahr 2012/13. Bei den Hauswirtschaftshelfern und -assistenten beträgt der Männeranteil im selben Zeitraum 16,9 Prozent (10,4 Prozent im Jahr 2012/13).

27. April 2016

Auftakt-Veranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

Berlin/Bielefeld, 27. April 2016. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel lädt heute zur Auftaktveranstaltung des 16. Girls'Day Mädchen-Zukunftstages ins Kanzleramt. Seit 15 Jahren entwirft die Initiative D21 e. V. mit sieben ihrer Mitgliedsinstitutionen sowie der Bundespolizei den jährlichen Technik-Parcours als Auftaktveranstaltung zum bundesweiten Girls'Day. Zu diesem werden jeweils acht Mädchen der Klassenstufe 9 aus drei besonders engagierten Berliner Schulen eingeladen. Sie lernen die vorgestellten MINT-Berufe kennen und können diese gleich praktisch ausprobieren. Auch in diesem Jahr eröffnet Bundeskanzlerin Merkel den Aktionstag und erkundet gemeinsam mit den Schülerinnen den Parcours. Damit unterstreicht sie als promovierte Physikerin auch ihr persönliches Anliegen, Frauen im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu fördern. Auch die Initiative D21 e. V. engagiert sich gemeinsam mit ihren Mitgliedern u. a. durch die Ausrichtung des Girls'Day, mehr Frauen für einen Beruf im MINT-Bereich zu begeistern und so sukzessive auch die Anzahl der Frauen in Führungspositionen zu erhöhen.

Am 28. April öffnen Betriebe aus den Bereichen Technik und Naturwissenschaften, Forschung und Wissenschaft, Informatik und Handwerk bundesweit ihre Türen, um Mädchen zu ermöglichen, neue Berufe kennenzulernen und sich und ihre Fähigkeiten auszutesten. Alle Mädchen ab der fünften Klasse können mitmachen.

Bundesweiter Girls'Day verbindet Nachwuchs und Wirtschaft erfolgreich und nachhaltig

Dank des gemeinsamen, kontinuierlichen Engagements von Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. und allen Partnern aus Politik und Wirtschaft sowie der Initiative D21 e. V. in den vergangenen 15 Jahren ist eine stete, positive Entwicklung zu verzeichnen: Inzwischen ist im Schnitt jeder vierte Studierende in einem MINT-Studienfach weiblich. "Wir brauchen jeden klugen Kopf", so Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21 e. V., bei der Begrüßung der Schülerinnen im Kanzleramt. Er ist überzeugt: "Frauen können MINT! Und eine moderne und offene Gesellschaft weiß Unterschiede zwischen Frauen und Männern als Chance zu begreifen. Mit der Auftaktveranstaltung zum Girls'Day wollen wir diese Überzeugung stärker in den Unternehmen verankern. Damit sich auch junge Frauen selbstverständlicher für MINT-Berufe entscheiden, braucht es jedoch mehr als reine Berufsorientierung". Schwaderer sieht Digitale Bildung als einen zentralen Baustein.

Wertvolle Einblicke des bundesweiten Girls'Day erleichtern jungen Frauen die Berufswahl

Ein stärkeres Öffnen der Pädagogik für digitale Bildung würde sich deutlich positiv auf die Chancengleichheit von Frauen auswirken. Das zeigt die gute Bilanz des Girls'Day. Dieser ermöglicht Mädchen und jungen Frauen während der Schulzeit praktische Einblicke und erweitert ihr Spektrum für die Berufswahl. Im Fokus stehen Berufe, in denen Frauen nach wie vor selten vertreten sind. "Die Wirkung auf die teilnehmenden Mädchen und jungen Frauen ist enorm", sagt Prof. Barbara Schwarze, Mitglied im Präsidium der Initiative D21 e. V. und Vorsitzende des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. "Die Evaluation des bundesweiten Girls'Day zeigt: Knapp 80 Prozent der teilnehmenden Mädchen befinden ihre Teilnahme als hilfreich für die berufliche Orientierung. Inzwischen nennen 21 Prozent der Teilnehmerinnen einen Wunschberuf im MINT-Bereich", fasst sie zusammen. Somit ist der Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag auch für Unternehmen eine gute Möglichkeit, ihre Nachwuchsförderung noch gezielter zu gestalten: Sie können junge Frauen persönlich ansprechen und für eine Ausbildung im MINT-Bereich begeistern.

Aktuelle Studie zeigt: Digitale Bildung spielt zentrale Rolle

Die aktuelle Studie D21-Digital-Index 2015 der Initiative D21 e. V. zeigt, dass der Digitalisierungsgrad von Frauen mit nur geringer Steigerung zum Vorjahr noch immer deutlich niedriger ist als der von Männern. Auf einer Skala von 0 bis 100 erreichen Frauen 46,5 Indexpunkte (2014: 45,8), Männer 56,9. Deswegen muss bereits frühzeitig Digitale Bildung in Schulen vermittelt werden. "Kommunikationstechnik ist heute selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Medienkompetenz ist deshalb ebenso eine Kulturtechnik wie Lesen, Schreiben, Rechnen. Einen kompetenten Umgang mit Technik zu erlernen, baut zudem Berührungsängste ab und führt zu mehr Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Die Initiative D21 e. V. engagiert sich seit knapp zwei Jahrzehnten für mehr Digitale Bildung an Schulen. Insofern freut es mich, dass es inzwischen ein politisch hohes Thema ist und sich auch der IT-Gipfel 2016 schwerpunktmäßig damit beschäftigt", so Schwaderer. Wichtig sei dabei immer eine sachgerechte Entscheidungsfindung und somit reale Verbesserungen in der Vermittlung von Medienkompetenz.

Kanzlerin kürt Gewinnerin für MINT-Aktionstag

Zu Beginn der Auftaktveranstaltung wird den Schülerinnen eine Schätzfrage gestellt, in diesem Jahr lautet sie: Wie viel Prozent der Studierenden, die im Wintersemester 2015/16 ein Studium der Ingenieurwissenschaften begannen, waren Frauen? – Antwort: 24,3 Prozent. Die Gewinnerin wird gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen von der Initiative D21 e.V. in das Game Science Center in Berlin eingeladen, welches an diesem Tag exklusiv für sie die Türen öffnen und spannende Workshops anbieten wird. Frau Bundeskanzlerin Merkel kürt die Gewinnerin und überreicht den Gutschein.

Die Initiative D21 e. V. 
Die Initiative D21 – ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin – ist Deutschlands größte Partnerschaft von Wirtschaft und Politik für die digitale Gesellschaft. Rund 200 Mitgliedsunternehmen und -organisationen aller Branchen sowie politische Partner von Bund und Ländern bringen gemeinsam in diesem Netzwerk praxisnahe Non-Profit-Projekte voran. Alle Maßnahmen der Initiative D21 haben einen engen Bezug zu Informations- und Kommunikationstechnologien, einer entscheidenden Basis für die Zukunft Deutschlands. Der Verein ist engagiert, den Diskurs zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu verbessern. Weitere Informationen unter www.initiatived21.de.

Pressekontakte
Initiative D21 e. V.
Sabrina Dietrich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
030 526 87 22-55
sabrina.dietrich@initiatived21.de
www.initiatived21.de

Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.
Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag
Jennifer Reker
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
0521 106 7378
reker@kompetenzz.de
www.kompetenzz.de

19. April 2016

Endspurt für den Boys'Day – Jungen-Zukunftstag und den Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag

Bielefeld – Nur noch neun Tage bis zum Boys'Day und Girls'Day am 28. April: Alle Unternehmen und Einrichtungen sind eingeladen, ihre Angebote in das Boys'Day- bzw. Girls'Day-Radar einzutragen. Besonders in Ballungsräumen und Großstädten wie Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt werden noch dringend Plätze für Jungen und Mädchen am Aktionstag gesucht. Hier sind bereits fast alle Angebote belegt. Als Anbieterinnen und Anbieter ermöglichen Sie jungen Menschen neue  Erfahrungen für ihre Berufs- und Lebensplanung zu machen. Für alle im Girls'Day- und Boys'Day-Radar (www.girls-day.de/radar und www.boys-day.de/radar) gemeldeten Plätze gelten zudem ein zusätzlicher, sogenannter subsidiärer Versicherungsschutz.

Am Boys'Day öffnen Einrichtungen und Unternehmen aus den Bereichen Pflege, Gesundheit, Erziehung, Soziales und Dienstleistung für Schüler der Klassen 5 bis 10 ihre Türen. Schülerinnen der gleichen Jahrgangsstufen gewinnen am Girls'Day Einblicke in handwerklich-technische Bereiche. Jungen wie Mädchen lernen so Berufe kennen, die sie bislang eher selten in Betracht ziehen und gewinnen dadurch neue Perspektiven für ihre Berufs- und/oder Studienwahl. Dies belegen auch wissenschaftliche Untersuchungen. 27 Prozent der Boys'Day-Teilnehmer können sich vorstellen, in dem kennengelernten Beruf zu arbeiten. 40 Prozent der Mädchen hat der Girls'Day so gut gefallen, dass sie sich vorstellen können bei dem Unternehmen oder der Organisation ein Praktikum oder eine Ausbildung zu machen.

Unterstützung erfahren der Boys'Day und Girls'Day durch die Kultusministerien, die sich in nahezu allen Bundesländern für eine jährliche Teilnahme am Aktionstag ab Klasse 5 aussprechen. Für die Schulen ist dieser Tag – besonders in Verbindung mit einer altersgemäßen Vor- und Nachbereitung – ein sinnvoller Baustein für die geschlechtersensible Berufs- und Studienwahl. Wichtige Tipps hierzu finden Lehrkräfte in der Schulbroschüre und in den speziell für den Aktionstag konzipierten Unterrichtsmaterialien:

http://material.kompetenzz.net/boys-day/jungen-schulen-eltern
http://material.kompetenzz.net/girls-day/maedchen-schulen-eltern

Viele weitere Materialien und Anregungen für einen gelungenen Aktionstag gibt es hier:
www.boys-day.de, www.girls-day.de

20. Januar 2016

Girls’Day und Boys’Day wecken verborgene Talente bei Jugendlichen

Erste Zahlen zur Evaluation 2015

Bielefeld – Anna Steenmann und Adrian Cordewener sind Rollenvorbilder in ihren Berufen. Anna Steenmann erlebte in ihrer Schulzeit den Girls’Day bei Spectro Analytical Instruments und entschied sich daraufhin für eine Ausbildung zur Physiklaborantin. Heute studiert sie Elektrotechnik (BA) und macht sich beim VDE für den Nachwuchs stark. Adrian Cordewener hat über den Boys’Day zunächst als Praktikant und später als Auszubildender eines Aachener Altenpflegeheims seinen Wunschberuf gefunden.

Anna und Adrian sind Beispiele, wie Jugendliche dank des Girls’Day und des Boys’Day verborgene Talente bei sich entdecken und ihre berufliche Zukunft ohne einengende Geschlechterklischees gestalten. Das belegen auch die neue Evaluationszahlen der beiden bundesweiten Projekte Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag und Boys’Day – Jungen-Zukunftstag.

37 Prozent der Mädchen können sich vorstellen, in dem am Girls’Day kennengelernten Unternehmen oder Betrieb eine Ausbildung oder ein Praktikum zu machen. Auch der Boys’Day ist für die Jungen ein wichtiger Baustein im Berufswahlprozess: 27 Prozent der am Aktionstag teilnehmenden Jungen können sich vorstellen, in dem Bereich später zu arbeiten.

Sowohl der Girls’Day als auch der Boys’Day sind bei den Schülerinnen und Schülern beliebt: 97 Prozent der Mädchen bewerten den Girls’Day mit sehr gut oder gut. Bei den Jungen finden 94 Prozent den Aktionstag sehr gut oder gut. Fünf Prozent der Jungen geben an, durch die Teilnahme am Boys’Day ihren Wunschberuf gefunden zu haben und vier Prozent sind in ihrem schon gefassten Berufswunsch bestätigt worden. „Insgesamt betrachtet lenkt der Boys’Day die Aufmerksamkeit der Jungen auf Berufe, die sie ansonsten kaum im Blick haben und gibt ihnen die Möglichkeit, klarere Vorstellungen über ihre spätere Berufstätigkeit zu erlangen“, erklärt Miguel Diaz, wissenschaftlicher Fachreferent bei Boys’Day|Neue Wege für Jungs.

Die Einrichtungen und Unternehmen, die sich wiederholt am Boys’Day beteiligen, können zukünftig  mit mehr männlichen Bewerbern rechnen: Etwa ein Fünftel von ihnen erhalten Bewerbungen von ehemaligen Boys’Day-Teilnehmern für ein Praktikum.  Jedes dritte Unternehmen, das sich mehrfach am Girls’Day beteiligt, erhält Bewerbungen von ehemaligen Teilnehmerinnen für Praktika oder Ausbildungsplätze. Bei zwei Dritteln der Bewerbungen kommt es zu einer Einstellung. „Der Girls’Day hilft, Berufswünsche zu konkretisieren“, sagt Lore Funk, wissenschaftliche Referentin bei der bundesweiten Koordinierungsstelle. „Und mehr noch: Die Mädchen erhalten über den Girls’Day eine wertvolle Kontaktoption. Sie wissen, wo sie sich für ein Praktikum oder Studium bewerben können.“

Die Evaluationsberichte vom Boys’Day und vom Girls’Day erscheinen im Januar 2016 und sind auf den Websites www.boys-day.de/evaluation und www.girls-day.de/daten_fakten zu finden.

Pressefotos Boys’Day: www.boys-day.de/Footer/Presse/Pressefotos

Pressefotos Girls’Day: www.girls-day.de/Footer/Presse/Pressefotos

15. Januar 2016

Aufruf zum bundesweiten Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag 2016

Bielefeld – Am 28. April 2016 ist der Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag! Deutschlandweit laden Unternehmen und Organisationen an diesem Donnerstag Schülerinnen ab Klasse 5 ein, um Berufe in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften zu erkunden. Mehr als 1,6 Millionen Mädchen haben seit 2001 am Girls’Day teilgenommen. Mit großem Erfolg: 40 Prozent der Mädchen möchten in dem am Girls’Day kennengelernten Beruf ein Praktikum machen oder eine Ausbildung beginnen. Rund ein Drittel der Unternehmen, die mehrfach am Girls'Day aktiv waren, haben mittlerweile Bewerbungen von ihren ehemaligen Girls'Day-Teilnehmerinnen erhalten. Die aktuellen Evaluationsergebnisse zeigen außerdem: Mädchen finden naturwissenschaftliche und technische Berufe besonders ansprechend, wenn sie erfahren, dass Tätigkeiten in diesen Berufen Spaß machen, abwechslungsreich sind und mit Menschen zu tun haben. Seien Sie dabei, wenn Mädchen ihre Talente entdecken! Machen Sie beim Girls'Day 2016 mit und nutzen Sie die Potenziale der jungen Frauen für Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation!

Wie können Sie sich beteiligen?

  • Als Vorstand oder Leitung eines Unternehmens oder Betriebs, einer Universität oder Forschungseinrichtung, eines Bildungszentrums, einer Behörde oder einer Abteilung können Sie Schülerinnen zum Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag einladen. Sie tragen Ihre Girls'Day-Aktion online ein: www.girls-day.de/Unternehmen_Organisationen. Wenn Ihr Angebot auch für Mädchen mit Behinderungen zur Verfügung steht, können Sie dies ganz einfach mit einem entsprechenden Symbol kennzeichnen. Mehr zur Durchführung barrierearmer Aktionen: www.girls-day.de/barrierearm. Mädchen, Eltern und Lehrkräfte können Ihr Angebot so im Internet abrufen. Als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter eines Unternehmens, eines Handwerksbetriebs, einer Behörde oder eines Instituts können Sie Mitmachaktionen, Experimente, Gespräche und Betriebserkundungen zum Girls'Day initiieren oder Ihre Unterstützung anbieten.
  • Mädchen können sich unter www.girls-day.de/Maedchen informieren. Sie können ein Girls'Day-Angebot auswählen und sich online oder telefonisch dafür anmelden. Als Eltern können Sie Ihre Tochter auf ihrem Entscheidungsweg begleiten. Unterstützen Sie sie bei der Suche nach einem geeigneten Girls'Day-Platz.
  • Als Schulleitung oder Lehrkraft können Sie Ihre Schülerinnen und deren Eltern informieren sowie die Unternehmen in Ihrer Region auf den Tag aufmerksam machen. Sie können Ihre Schule auf unserer Webseite eintragen, um Kontakte in Ihrer Region zu ermöglichen.
  • Sie können auch in einem regionalen Arbeitskreis mitwirken oder Kontaktperson für den Girls'Day vor Ort sein. Nutzen Sie bestehende Netzwerke und gewinnen Sie Aktive in Ihrer Region für die Zusammenarbeit, z.B. Kammern, Verbände, Gewerkschaften, Agenturen für Arbeit, Gleichstellungsbeauftragte und Schulen. Bei Fragen können Sie sich an die schon bestehenden Arbeitskreise oder an die Bundesweite Koordinierungsstelle wenden: www.girls-day.de/Arbeitskreise

Parallel zum Girls'Day findet am 28. April 2016 der Boys'Day – Jungen-Zukunftstag statt. Weitere Informationen finden Sie hier: www.boys-day.de

Das hat sich bewährt!

Wenn Sie in Ihrem Haus gleichzeitig Veranstaltungen zum Girls'Day und zum Boys'Day anbieten, führen Sie diese bitte unbedingt getrennt nach Mädchen und Jungen durch – nur so sind die Zukunftstage erfolgreich. Die jeweils spezifische Ansprache von Mädchen beim Girls'Day und Jungen beim Boys'Day ermöglicht ihnen "unter sich" das Kennenlernen neuer Berufe mit vielfältigen Perspektiven und erschließt Ihnen so zusätzlichen Fachkräftenachwuchs.

Neu in diesem Jahr!

Mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit gibt es jetzt extra für Lehrkräfte konzipiertes Unterrichtsmaterial zur Vor- und Nachbereitung des Girls'Day. 

Hier erhalten Sie Informationen und Unterstützung

Bundesweite Koordinierungsstelle Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.
Am Stadtholz 24, 33609 Bielefeld
fon +49 521 106-73 57
fax +49 521 106-73 71
info@girls-day.de 
www.girls-day.de

Die Bundeskoordinierungsstelle Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Der Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag ist ein Projekt des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. und eine Gemeinschaftsaktion des BMFSFJ und des BMBF, der Initiative D21, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und des Bundeselternrats und wird unterstützt durch die Kultusministerkonferenz sowie die Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz.

23. April 2015

Bundesministerin Manuela Schwesig zum Girls'Day und Boys'Day: Neue Perspektiven für die Zukunft von Mädchen und Jungen

Berlin/Bielefeld. "Junge Menschen träumen davon, den Beruf zu finden, der zu ihnen passt. Niemand ist für bestimmte Berufe geeignet oder nicht, weil er ein Mädchen oder ein Junge ist. Beim Girls'Day und Boys'Day finden jedes Jahr Tausende Mädchen und Jungen hier ihren Traumberuf, weil sie Berufe kennenlernen, in denen sie zeigen können, was in ihnen steckt. Rollenklischees haben in der Berufswahl nichts verloren", macht Bundesjugendministerin Manuela Schwesig deutlich. Um die Potenziale junger Menschen bestmöglich zu fördern, unterstützt das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die beiden Aktionstage.

Auch in diesem Jahr gewähren Unternehmen und Organisationen, Betriebe und Institutionen rund 130.000 Mädchen und Jungen Einblicke in ihnen bislang oft unbekannte Berufe und eröffnen den Jugendlichen Horizonte jenseits der traditionellen Berufswahl. Mehr als 5.500 Angebote, so viele wie noch nie, stehen Jungen am Boys'Day zur Verfügung. Die Mädchen können aus mehr als 9.400 Angeboten wählen.

Der Girls'Day und der Boys'Day sind wichtige Meilensteine in der Berufsorientierung junger Frauen und Männer. Und es tut sich etwas: Unter anderem stieg der Frauenanteil bei den Maler- und Lackiererinnen von 2003-2013 von 8,1 auf 13,6 Prozent. Auch die Feinwerkmechanikerinnen werden mehr – hier stieg der Anteil in der gleichen Zeit von 1,9 auf 3,3 Prozent. Auch in den MINT-Studienfächern ist die Entwicklung positiv. Hier stieg der Anteil der Studienanfängerinnen von 18,6 Prozent im Jahr 2008 auf 22,7 Prozent in 2013. Bei der Berufswahl der Jungen zeigen sich ebenfalls erste Erfolge. Im Ausbildungsberuf Erzieher ist der Männeranteil um 18 Prozent gestiegen. In  anderen Boys'Day-Berufen wie Altenpfleger stieg der Anteil von Männern im gleichen Zeitraum um 4,3 Prozent, im Beruf Medizinischer Fachangestellter um 5,4 Prozent.

Girls'Day und der Boys'Day sind Erfolgsgeschichten – das zeigt die wissenschaftliche Begleitforschung der Projekte: Durch wiederholte Teilnahme am Mädchen- bzw. Jungen-Zukunftstag engagieren sich Unternehmen und Einrichtungen verstärkt bei der Ansprache junger Frauen für technisch-naturwissenschaftliche Berufe und von Jungen für Berufe im Sozial-, Gesundheits- und Pflegebereich. 18 Prozent der Unternehmen gaben an, dass mittlerweile junge Frauen eingestellt worden sind, die in den Vorjahren das jeweilige Unternehmen am Mädchen-Zukunftstag kennen lernten. Auch der Boys'Day kommt gut an: Mehr als 90 Prozent der befragten Jungen beurteilten die Berufserkundungen und andere pädagogische Angebote mit sehr gut oder gut.  Mehr als 80 Prozent der teilnehmenden Einrichtungen und Unternehmen sind mehr als zufrieden mit dem Boys'Day, über 85 Prozent der Organisationen attestierten den teilnehmenden Jungen großes Engagement.

Die Bundesweite Koordinierungsstelle des Girls'Day – Mädchen-Zukunftstags wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Der Boys'Day – Jungen-Zukunftstag ist eine Aktion von Neue Wege für Jungs. Der Boys'Day wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
www.girls-day.de | www.boys-day.de | www.neue-wege-fuer-jungs.dewww.kompetenzz.de

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Jennifer Reker/Urte Tegtmeyer
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.

Girls'Day | Boys'Day | Neue Wege für Jungs
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22. April 2015

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Initiative D21 laden Berliner Schülerinnen zur Girls'Day Auftaktveranstaltung ins Bundeskanzleramt

Berlin/Bielefeld, 22. April 2015. Bundeskanzlerin Angela Merkel lädt heute zur Auftaktveranstaltung des bundesweiten Girls'Day – Mädchen-Zukunftstags ins Kanzleramt. Sieben Mitgliedsunternehmen und -institutionen der Initiative D21 bieten 24 Berliner Schülerinnen mit einem Technik-Parcours die Möglichkeit, MINT-Berufe von ihrer praktischen Seite kennen zu lernen. Die Initiative D21 e.V. organisiert die Veranstaltung bereits zum 13. Mal in Folge. Es ist mittlerweile Tradition, dass die Bundeskanzlerin – selbst Diplom-Physikerin und promovierte Naturwissenschaftlerin – den Aktionstag eröffnet, die Mädchen begrüßt und gemeinsam mit ihnen den Parcours erkundet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Es ist nicht Ziel des Girls'Day, dass nur noch Physikerinnen und Chemikerinnen ausgebildet werden. Aber wir glauben, dass sich Mädchen zum Teil die technischen Berufe nicht zutrauen, dass sie denken, es ist zu schwer oder vielleicht bei manchen Ausbildungsberufen auch körperlich zu anstrengend. Wir wollen mit dem Girls'Day ganz bewusst das Spektrum erweitern und die Augen öffnen. Und wer sich dann später entscheidet, weiß, was er tut.
Wir haben durchaus Erfolge: Wir haben mehr Absolventinnen oder auch Studienanfängerinnen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Berufen als in anderen OECD-Ländern. Ich glaube, gerade bei den Ausbildungsberufen liegt noch ein ziemlich langer Weg vor uns.“

Im Fokus des Girls'Day stehen Berufe, in denen der Anteil der Frauen in Ausbildung und Anstellung bei weniger als 40 Prozent liegt. Diese finden sich vorwiegend im sogenannten MINT-Bereich: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Die Initiative D21 engagiert sich als Aktionspartner der ersten Stunde bereits seit 14 Jahren für den Girls'Day – Mädchen Zukunftstag. „Es ist schön zu sehen, dass in Deutschland die Zahlen der Frauen, die sich für einen Beruf im MINT-Bereich entscheiden, stetig steigen. Unternehmen und Institutionen dürfen diese Entwicklung nicht nur geschehen lassen. Wir müssen sie aktiv gestalten und fördern. Sonst bleibt es auch zukünftig schwierig, mehr Frauen nachhaltig für unsere Arbeit zu begeistern. Und wir können es uns nicht leisten, auf gut ausgebildete Frauen zu verzichten!“, so Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21 und Geschäftsführer der Intel GmbH, bei der Begrüßung der Schülerinnen im Kanzleramt.

Der 15. bundesweite Girls'Day am 23. April ermöglicht jungen Frau bereits während der Schulzeit praktische Einblicke in MINT-Berufe, um Berührungsängste der Mädchen mit vermeintlichen „Männer-Berufen“ möglichst früh abzubauen. Am Girls'Day erfahren sie, dass die Arbeit im MINT-Bereich konkret, sozial, kreativ, lebendig und spannend sein kann. „Im fünfzehnten Jahr ist der Girls'Day moderner denn je. Die Zahlen belegen: Unternehmen, die sich mehrfach am Girls'Day beteiligen, gehen mehr Schulkooperationen ein und stellen mehr Praktikumsplätze zur Verfügung. Immerhin knapp ein Drittel dieser Unternehmen hat schon Bewerbungen ehemaliger Girls'Day-Teilnehmerinnen erhalten“, erklärt Prof. Barbara Schwarze, Mitglied im Präsidium der Initiative D21 und Vorsitzende des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit.
Der Girls'Day ist außerdem eine Chance für Unternehmen, ihre Nachwuchsförderung noch gezielter zu gestalten: Sie können junge Frauen persönlich ansprechen und für eine Ausbildung im MINT-Bereich begeistern. Ebenso kommen Unternehmen und Schulen direkt miteinander in Kontakt und können langfristige Kooperationen vereinbaren.

Ab 15 Uhr stehen unter diesem Link Fotos zum Download bereit:
https://www.flickr.com/photos/initiatived21/sets/72157651685552968/
Hashtag #D21GD
@InitiativeD21

Pressekontakt
Initiative D21 e.V.
Catarina Specht
Pressesprecherin
T. +49 30 526 87 22-55
E. catarina.specht@initiatived21.de
www.initiatived21.de
Twitter:@initiatived21

Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.
Jennifer Reker
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T. +49 521-106 7378
E. reker@kompetenzz.de
www.kompetenzz.de
www.girls-day.de

Die Initiative D21  
Die Initiative D21 – ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin – ist Deutschlands größte Partnerschaft von Wirtschaft und Politik für die digitale Gesellschaft. Rund 200 Mitgliedsunternehmen und -organisationen aller Branchen sowie politische Partner von Bund und Ländern bringen gemeinsam in diesem Netzwerk praxisnahe Non-Profit-Projekte voran. Alle Maßnahmen der Initiative D21 haben einen engen Bezug zu Informations- und Kommunikationstechnologien, einer entscheidenden Basis für die Zukunft Deutschlands. Die Initiative D21 wurde 1999 mit der Aufgabe gegründet, die Digitale Spaltung in Deutschland zu verhindern. Sie finanziert sich vor allem durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Weitere Informationen unter www.initiatived21.de.

Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.
Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. fördert bundesweit die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie Vielfalt als Erfolgsprinzip in Wirtschaft, Gesellschaft und technologischer Entwicklung. Weitere Informationen unter www.kompetenzz.de.
 

21. April 2015

Wider das Klischee: Weibliche Auszubildende fühlen sich in Männerberufen wohl

Bielefeld, 21.04.2015 – Nach wie vor haben junge Frauen ein engeres Berufswahlverhalten als junge Männer. Gerade in technisch-gewerblichen Ausbildungsberufen sind junge Frauen noch immer eine Minderheit. Eine Sonderauswertung des DGB Ausbildungsreports 2014 für das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, welche Erfahrungen die jungen Frauen machen, die sich für eine solche Ausbildung entschieden haben. Ein Ergebnis der Auswertung: „Junge Frauen sind als Auszubildende in männlich dominierten Berufen genau so zufrieden mit ihrer Ausbildung wie die jungen Männer“, sagt Florian Haggenmiller, Bundesjugendsekretär des DGB. Laut DGB-Daten bewerten 79% der weiblichen Azubis ihre Ausbildungssituation mit sehr gut und gut, bei den jungen Männern sind dies 74%.

„Wir haben die Daten speziell unter dem Gesichtspunkt möglicher Diskriminierungserfahrungen von jungen Frauen in gewerblich-technischen Berufen analysiert und waren überrascht, wie positiv die Ausbildungsbilanz der jungen Frauen ausfällt“, sagt Lore Funk von der Bundeskoordinierungsstelle des Girls’Day – Mädchen-Zukunftstages beim Kompetenzzentrum.

Junge Frauen sind heute besser gebildet und ausgebildet denn je. Sie erzielen in ihrer Schullaufbahn bessere Abschlüsse als die Jungen. Dennoch haben sie bei ihrer Berufswahl noch immer ein deutlich engeres Berufswahlverhalten als junge Männer. Obwohl es knapp 330 duale Ausbildungsberufe gibt, konzentriert sich mehr als die Hälfte der Mädchen bei der Wahl ihrer Ausbildung auf ein Spektrum von nur zehn Berufen. Um das Blickfeld von jungen Frauen und Männern auch jenseits eines stereotypen Berufswahlverhaltens zu öffnen, ist eine umfassende und ganzheitliche Berufs- und Arbeitsweltorientierung, die frei von Rollenzuschreibungen ist, zentral. Um dies überall in ausreichendem Umfang zu gewährleisten, braucht es den Ausbau der Berufsorientierung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Wichtig ist, dass sich junge Frauen und Männer mit ihren eigenen Interessen und Begabungen auseinandersetzen, um dann eine gute Entscheidung für die eigene berufliche Zukunft treffen zu können“, so Haggenmiller.

Weit verbreitet scheint die Vorstellung zu sein, dass Mädchen in gewerblich-technischen Branchen ein Akzeptanzproblem haben oder gar schlecht behandelt werden. So glaubt mehr als die Hälfte (51%) der im Rahmen des Girls‘Day 2013 befragten Lehrerinnen und Lehrer (über 650 Lehrkräfte), dass die Gefahr einer möglichen Diskriminierung die Orientierung von Mädchen hin zu handwerklich-technischen Berufen negativ beeinflusst. Die Ergebnisse des Ausbildungsreports unterstützen diese Einschätzung nicht, sie weisen positive Ausbildungserfahrungen von jungen Frauen in männlich dominierten Ausbildungsberufen auf: Mit 84% fühlt sich der weitaus größte Teil der weiblichen Auszubildenden immer oder häufig von ihren Ausbilderinnen und Ausbildern korrekt behandelt. Damit ist auch hier die Bewertung nicht schlechter als bei den jungen Männern, von denen 80% diese Aussage treffen. „Das gängige Vorurteil, dass Frauen, die sogenannte Männerberufe ergreifen, pauschal mit Diskriminierungserfahrungen rechnen müssen, stimmt so nicht“, sagt Lore Funk. „Viele Unternehmen haben inzwischen das Potenzial von jungen Frauen in gewerblich-technischen Berufen erkannt und werben um diesen qualifizierten Nachwuchs.“

Die Ergebnisse des Ausbildungsreports laden ein, Klischeevorstellungen von Berufen zu hinterfragen, sich umfassend mit den eigenen Interessen und Begabungen auseinanderzusetzen, den Blick bei der Wahl nach der beruflichen Entwicklung weiter zu fassen und sich breit über die eigenen Möglichkeiten und zur Auswahl stehenden Berufe zu informieren. Der Girls‘Day am 23. April bietet dafür wieder vielfältige Angebote an.

Hintergrundinformationen:

Die DGB Ausbildungsstudie 2014 beruht auf einer standardisierten schriftlichen Befragung, die mit Auszubildenden in Berufsschulklassen vor Ort im Zeitraum von September 2013 bis April 2014 meist klassenweise durchgeführt wurde. Insgesamt wurden die Angaben von 18.357 Auszubildenden aus den laut Bundesinstitut für Berufsbildung 25 meistfrequentierten Ausbildungsberufen des Jahres 2012 in die Auswertung aufgenommen.

Unter den befragten Auszubildenden sind insgesamt 11.528 männlich und 6.829 weiblich.

Die Sonderauswertung für männlich und weiblich dominierte Ausbildungsberufe beruht auf folgenden Fallzahlen:

Befragte Azubis in männlich dominierten Ausbildungsberufen:
weiblich n=478, männlich n =7.702

Männlich dominierte Ausbildungsberufe (> 80 Prozent): Anlagenmechaniker/in, Elektroniker/in, Fachinformatiker/in, Fachkraft Lagerlogistik, Industriemechaniker/in, KFZ-Mechatroniker/in, Mechatroniker/in, Metallbauer/in, Tischler/in, Zerspanungsmechaniker/in

16. Januar 2015

Aufruf zum bundesweiten Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag 2015

Bielefeld, 16.01.2015 –  Der offizielle Aufruf zum Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag ist von der Bundesweiten Koordinierungsstselle aktuell verschickt worden:

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 23. April 2015 ist der Girls‘Day – Mädchen-Zukunftstag! In ganz Deutschland laden Unternehmen und Organisationen an diesem Donnerstag Schülerinnen ab Klasse 5 ein, um Berufe in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften zu erkunden. Mehr als 1,5 Millionen Mädchen haben seit 2001 am Girls‘Day teilgenommen. Mit großem Erfolg: Jedes dritte Mädchen möchte in dem am Girls’Day kennengelernten Beruf ein Praktikum machen oder eine Ausbildung beginnen. 28 Prozent der Unternehmen, die am Girls’Day aktiv waren, haben mittlerweile Bewerbungen von ihren ehemaligen Girls’Day-Teilnehmerinnen erhalten. Die Evaluationsergebnisse zeigen außerdem: Mädchen finden naturwissenschaftliche und technische Berufe besonders ansprechend, wenn sie erfahren, dass Tätigkeiten in diesen Berufen Spaß machen, abwechslungsreich sind und mit Menschen zu tun haben. Wenn Sie Ihr Girls‘Day-Angebot im Sinne dieser drei Botschaften gestalten, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit ein Erfolg. Seien Sie dabei, wenn Mädchen ihre Talente entdecken! Machen Sie beim Girls’Day 2015 mit und entdecken Sie die Potenziale der jungen Frauen für Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation!

Wie können Sie sich beteiligen?

  • Als Vorstand, Leiterin oder Leiter eines Unternehmens oder Betriebs, einer Universität oder Forschungseinrichtung, eines Bildungszentrums, einer Behörde oder einer Abteilung können Sie Schülerinnen zum Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag einladen. Sie tragen Ihre Girls’Day-Aktion online ein: www.girls-day.de/Unternehmen_Organisationen. Mädchen, Eltern und Lehrkräfte können Ihr Angebot so im Internet abrufen.
  • Als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter eines Unternehmens, eines Handwerksbetriebs, einer Behörde oder eines Instituts können Sie Mitmachaktionen, Experimente, Gespräche und Betriebserkundungen zum Girls’Day initiieren oder Ihre Unterstützung anbieten.
  • Sie können auch in einem regionalen Arbeitskreis mitwirken oder Kontaktperson für den Girls’Day vor Ort sein. Nutzen Sie bestehende Netzwerke und gewinnen Sie Aktive in Ihrer Region für die Zusammenarbeit, z.B. Kammern, Verbände, Gewerkschaften, Agenturen für Arbeit, Gleichstellungsbeauftragte und Schulen. Tragen Sie Ihren Arbeitskreis hier ein: www.girls-day.de/Arbeitskreise
  • Mädchen können sich unter www.girls-day.de/Maedchen informieren. Sie können ein Girls’Day-Angebot auswählen und sich online oder telefonisch dafür anmelden. Oder sie nutzen die Girls’Day-Berufe-App. Als Eltern können Sie Ihre Tochter auf ihrem Entscheidungsweg begleiten. Unterstützen Sie sie bei der Suche nach einem geeigneten Girls’Day-Platz.
  • Als Schulleitung, Lehrerin oder Lehrer können Sie Ihre Schülerinnen und deren Eltern informieren sowie die Unternehmen in Ihrer Region auf den Tag aufmerksam machen. Sie können Ihre Schule auf unserer Webseite eintragen, um Kontakte in Ihrer Region zu ermöglichen.

Parallel zum Girls’Day findet am 23. April 2015 der Boys’Day – Jungen-Zukunftstag statt. Weitere Informationen finden Sie hier: www.boys-day.de

Das hat sich bewährt!

Wenn Sie in Ihrem Haus gleichzeitig Veranstaltungen zum Girls’Day und zum Boys’Day anbieten, führen Sie diese bitte unbedingt getrennt nach Mädchen und Jungen durch – nur so sind die Zukunftstage erfolgreich. Die jeweils spezifische Ansprache von Mädchen beim Girls’Day und Jungen beim Boys’Day ermöglicht beiden Geschlechtern das Kennenlernen neuer Berufe mit vielfältigen Perspektiven.

Neu in diesem Jahr: Mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit gibt es rechtzeitig vor dem Girls‘Day 2015 einen neuen Erklärfilm! Schauen Sie mal hinein: www.girls-day.de/Header/Erklaerfilm. Dank des Engagements von "meinTestgelände" gibt es außerdem einen Rap zum Girls‘Day und Boys‘Day: www.meintestgelaende.de/2014/11/i-have-a-dream.

Wo erhalten Sie Informationen und Unterstützung?

Die Bundesweite Koordinierungsstelle für den Girls‘Day – Mädchen-Zukunftstag, die jeweiligen Ansprechpersonen in den Bundesländern und die regionalen Arbeitskreise beraten Sie gerne. Alle Materialien zur Durchführung des Girls’Day, wie der Aktionsleitfaden für Unternehmen und Organisationen, Informationen für Schulen, Eltern und Mädchen, können kostenlos unter www.girls-day.de bestellt werden.

Bundesweite Koordinierungsstelle Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.
Wilhelm-Bertelsmann-Straße 10
33602 Bielefel

fon +49 521 106-73 57
fax +49 521 106-73 71

info@girls-day.de 
www.girls-day.de

Die Bundeskoordinierungsstelle Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und  vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Der Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag ist ein Projekt des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. und eine Gemeinschaftsaktion des BMBF und des BMFSFJ, der Initiative D21, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und des Bundeselternrats und wird unterstützt durch die Kultusministerkonferenz sowie die Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz.

6. November 2014

Girls'Day 2015: Angebote ab heute unter girls-day.de eintragen

Bielefeld, 06.11.2014 – Ab heute können Unternehmen und Organisationen ihre Angebote unter www.girls-day.de veröffentlichen. Mit dem Girls'Day-Radar können Mädchen einen Girls'Day-Platz in ihrer Nähe finden. Der Eintrag ist kostenlos.

Am 23. April 2015 öffnen Unternehmen und Organisationen ihre Türen für Mädchen ab Klasse 5. Schülerinnen entdecken Berufe in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften. So können sie frühzeitig Kontakte zu Ausbildungsverantwortlichen aufnehmen und werden motiviert, vielfältige Wahlmöglichkeiten zu nutzen.

Nachhaltiges Engagement

Der Girls'Day ist das weltweit größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen und erzielt eine einmalige Breitenwirkung. Unternehmen und Organisationen beteiligen sich seit 2001 mit bisher etwa 100.000 Angeboten für 1,5 Mio. Mädchen. Ein Netzwerk von 350 Girls'Day-Arbeitskreisen, regionalen Bündnissen aus Kammern, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Gleichstellungs-stellen, Arbeitsagenturen und vielen weiteren Einrichtungen, engagiert sich in ganz Deutschland für den Mädchen-Zukunftstag.

Mittlerweile haben viele Mädchen und junge Frauen über den Girls'Day ihren Beruf gefunden. Regelmäßig werden neue Beispiele auf der Girls'Day-Website vorgestellt: Yvonne arbeitet in der Konstruktionsabteilung einer Maschinenfabrik. Franziska macht eine Ausbildung zur Forstwirtin. Nina lernt bei einer Hamburger Reederei den Beruf Schiffsmechanikerin.

Mehr Beispiele: http://www.girls-day.de/Maedchen/Yvonnes_Girls_Day_nachhaltig

Erfreuliche Entwicklung

Die Beschäftigtenzahlen der Frauen in vielen technischen Berufsgruppen wachsen laut Bundesagentur für Arbeit aktuell stärker als die der Männer. Der Frauenanteil unter den Studierenden, die ein Ingenieurstudium starteten, ist zuletzt erneut gestiegen und liegt nun erstmals bei 24 Prozent (Statistisches Bundesamt 2014).

Mehr Daten und Fakten: http://www.girls-day.de/statistiken

Der Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

www.girls-day.de

www.kompetenzz.de

Pressekontakt

Elisabeth Schöppner, Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.
Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag
Telefon: 0521 / 106 7349 | E-Mail: schoeppner@girls-day.de

28. August 2014

Nicht einfach nur sozial – was Mädchen von einem Beruf erwarten

Neuerscheinung: Mädchen auf dem Weg ins Erwerbsleben: Wünsche, Werte, Berufsbilder. Forschungsergebnisse zum Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag 2013

"Mädchen sind sozial und Jungen wollen Karriere machen – diese Stereotype greifen einfach nicht mehr", sagt Autorin Lore Funk. In erster Linie soll der Beruf Spaß machen! Doch wer Mädchen auf den Spaßfaktor reduziert, liegt  falsch: Auch Sicherheit im Job, gute Verdienstmöglichkeiten und Karrierechancen stehen hoch im Kurs. Um Mädchen also als oft sehr gut qualifizierte Nachwuchsfachkräfte zu gewinnen, braucht es argumentative Vielfalt in Form breit gefächerter Informationsangebote. Das ist nur ein Ergebnis, das Lore Funk und Wenka Wentzel vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit in ihrer neuesten Publikation "Mädchen auf dem Weg ins Erwerbsleben: Wünsche, Werte, Berufsbilder – Forschungsergebnisse zum Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag 2013" präsentieren. Der Publikation liegt die Auswertung von über 10.500 Fragebögen im Rahmen der bundesweit größten Befragung von Schülerinnen ab Klasse 5 zugrunde.

Die Autorinnen Lore Funk und Wenka Wentzel setzen sich in ihren Untersuchungen mit den Wünschen, Werten und Berufsvorstellungen junger Frauen auseinander. Die Ergebnisse geben einen fundierten Aufschluss über die Optimierung zukünftiger Strategien zur Adressierung  junger Frauen.  Noch immer entscheiden sich trotz ihrer guten Noten und vielfältigen Potenziale viel zu wenige Frauen für Berufe in Technik, Naturwissenschaften, IT und Handwerk. Was wünschen sich Mädchen von ihrem zukünftigen Beruf? Welches Image haben MINT-Berufe bei Mädchen? Was müssen Unternehmen und Institutionen bei der Gestaltung von Angeboten zur Berufsorientierung von Mädchen beachten? Welche Rolle spielen Vorbildfrauen?

Eine der Forschungsfragen, der die Autorinnen nachgehen, ist, ob Mädchen mit einer Neigung zu MINT-Berufen ein besonderes Werteprofil aufweisen, das sie von anderen Mädchen unterscheidet. "Zahlenmäßig sind Frauen in einigen MINT-Berufen immer noch eine Minderheit und bekommen deshalb leider noch viel zu häufig einen Sonderstatus zugesprochen", sagt Lore Funk, "doch die beruflichen Wünsche der MINT-affinen Mädchen sind ganz und gar nicht exotisch. Sie unterscheiden sich nur geringfügig von dem Profil aller Mädchen." Wie alle Mädchen wünschen sich MINT-affine Mädchen einen abwechslungsreichen Beruf, der vor allem Spaß macht, aber auch relativ sicher und gut bezahlt ist. Sie sind weder stärker materiell orientiert – Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten sind ihnen im selben Maße wichtig wie allen Mädchen – noch lassen sich auffällige Abweichungen bei sozialen Orientierungen feststellen. Lore Funk und Wenka Wentzel formulieren auf dieser Grundlage Praxisempfehlungen: Initiativen zur weiblichen Nachwuchskräftegewinnung im MINT-Bereich sollten die vielfältigen Erwartungen der Mädchen an ihre berufliche Zukunft widerspiegeln. "Wenn die Mädchen so MINT-Tätigkeiten positiv erleben: Hey, ich kann das, es macht mir Spaß! – dann  ist ein großer Schritt in die richtige Richtung gemacht", bilanziert Lore Funk. 

In fünf Beiträgen werden die Ergebnisse der Evaluationserhebung zum Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag vorgestellt:

  1. Der Beitrag „"Berufsvorstellungen und Berufspräferenzen von Mädchen" thematisiert die Vorstellungen von Mädchen zu ihrem zukünftigen Beruf: Was ist Mädchen allgemein und MINT-affinen Mädchen insbesondere bei ihrem späteren Beruf beson­ders wichtig?
  2. Der zweite Beitrag behandelt das Image technisch-naturwissenschaftlicher Berufe und umreißt Ansatzpunkte einer Kommunikationsstrategie für Mädchen.
  3. Thematisieren die beiden vorangegangenen Beiträge die berufs­bezoge­nen Werthaltungen und Berufsimages von Mädchen, so wendet sich der dritte Beitrag einem zentralen Gestaltungskriterium von MINT-Berufsorientierungsveranstaltungen zu und fragt nach dessen Wirksamkeit: "Weibliche Rollenvorbilder in MINT-Berufsorientierungsprojekten für Mädchen – unverzichtbar oder überschätzt?".
  4. Der vierte Beitrag des Bandes befasst sich mit der Frage nach der Gestaltung einer "optimalen" MINT-Berufsorientierungsveranstaltung für Mädchen, indem er eine Vielzahl von möglichen Gestaltungselementen in den Blick nimmt und auf ihre Wir­kung hin analysiert.
  5. Der letzte Beitrag widmet sich den Girls’Day-Teilnehmerinnen mit Migrationshintergrund: "Das Merkmal 'Migrationshintergrund' auf dem Prüfstand: Besteht die Notwendigkeit einer Differenzierung?".
Cover Mädchen auf dem Weg ins Erwerbsleben

Funk, Lore/Wentzel, Wenka: Mädchen auf dem Weg ins Erwerbsleben: Wünsche, Werte, Berufsbilder
Forschungsergebnisse zum Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag 2013
Reihe: Budrich UniPress

978-3-86388-040-8
Erscheinungsjahr: 2014
180 Seiten
22,90 €

Pressekit

27. März 2014

Basis für den Berufsweg

Beim Girls’Day 2014 entdecken Mädchen die Welt der Elektronik / Wanka: „Die Ideen und Talente der jungen Frauen werden gebraucht“

Zum 14. Girls’Day, der am 27. März 2014 stattfindet, laden das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) gemeinsam 30 Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren aus verschiedenen Berliner Schulen ein. Sie löten, montieren und messen, sie lernen die spannende Welt der Elektronik und Veranstaltungstechnik kennen und entdecken die vielfältige Arbeitswelt rund um die Ingenieurwissenschaften.

„Eine Ausbildung oder ein Studium in Naturwissenschaft und Technik bietet jungen Frauen eine hervorragende Basis für ihren weiteren Berufsweg. Der Mädchen-Zukunftstag ist auch deshalb so wichtig, weil sich junge Menschen bei der Berufswahl nicht von überlieferten Rollenbildern, sondern von ihren individuellen Interessen und Fähigkeiten leiten lassen sollten. Diese können sie beim Girls’Day ausprobieren“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka anlässlich des Girls‘Day. „Die Ideen und Talente der jungen Frauen werden gebraucht. Die Mädchen sollten ihre Chance nutzen, unsere Zukunft mitzugestalten.“

„Im Rahmen des Girls‘Day können die Schülerinnen Spaß an der Technik erleben. Um künftig ausreichend Nachwuchskräfte, insbesondere auch junge Frauen, für MINT-Berufe zu begeistern, ist es wichtig, ihr Interesse frühzeitig zu fördern. Die Schülerinnen haben bei den zahlreichen Aktionen am Girls‘Day die Möglichkeit, sich davon zu überzeugen, wie vielfältig die Tätigkeiten in technischen Berufen, vor allem auch in der Elektro- und Informationstechnik, sind“, sagte der VDE-Vorstandsvorsitzende Hans Heinz Zimmer. „Aus unseren zahlreichen Studien wissen wir, dass Ingenieurinnen insbesondere interessante Arbeitsinhalte und herausfordernde Aufgaben schätzen, gefolgt von der gut funktionierenden Arbeit im Team.“

Am Aktionstag in der Berliner Repräsentanz des VDE bauen die Mädchen ein Solarfahrzeug: Sie montieren eine Solarzelle und eine LED-Leuchte auf einer Platine, verschalten sie elektrisch und bauen Achsen und Reifen an. Anschließend testen sie die Funktion und Sicherheit ihres Solarautos und erhalten – bei erfolgreicher Prüfung – das Junior-Prüfzertifikat des VDE-Instituts.

Zweite Station ist die Deutsche Oper. Hinter den Kulissen erkunden die Schülerinnen faszinierende Funktionsweisen der Bühnen- und Tontechnik. Sie erfahren, wie ein Bühnenbild entsteht, warum das Orchester im Graben sitzt, welche Aufgaben eine Inspizientin hat und welche hohen Anforderungen an Technik und Sicherheit gestellt werden. Die Mädchen können unter anderem erleben, wie handwerkliche Traditionen mit modernen Fertigungsmethoden der Bühnentechnik kombiniert werden.

In den vergangenen Jahren haben bundesweit bereits mehr als 1,3 Millionen Schülerinnen am Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag teilgenommen. Viele von ihnen haben im Anschluss an diesen Berufsinformationstag ein Praktikum im MINT-Bereich begonnen oder dort sogar ihren Traumberuf gefunden.

Der Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag wird vom BMBF, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Getragen und unterstützt wird er von einem breiten Aktionsbündnis, dem die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Bundesagentur für Arbeit (BA), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Initiative D21 angehören. Die Aktionspartner in der Lenkungsgruppe, in der als ständige Gäste der Bundeselternrat (BER), die Kultusministerkonferenz (KMK) sowie die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenminister und -ministerinnen (GFMK) vertreten sind, begleiten das Projekt inhaltlich und organisatorisch.

27. März 2014

Bundesministerin Manuela Schwesig unterstützt Girls'Day und Boys'Day 2014

Der Aktionstag eröffnet bundesweit über 130.000 Jungen und Mädchen neue Perspektiven in der Berufswelt

Bielefeld, Berlin – Wie arbeitet eigentlich eine Herzchirurgin und wie werden schwer herzkranke Patienten gepflegt? Diesen spannenden Fragen können heute (Donnerstag) über 100 Kinder beim Girls'Day und Boys'Day zusammen mit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, auf den Grund gehen. "Die Mädchen und Jungen entdecken Berufs- und Studienwege, die sie bisher kaum im Blick haben und in denen sie noch unterrepräsentiert sind, aber dringend gebraucht werden", so die Ministerin.

Manuela Schwesig beteiligt sich aktiv am bundesweiten Aktionstag. Bereits morgens begrüßt sie Charlotte und Henning in ihrem Büro im Ministerium. Anschließend begleiten die beiden die Bundesministerin zum Deutschen Herzzentrum Berlin. Dort informieren sich die Mädchen über das Berufsfeld einer Herzchirurgin oder einer IT-Expertin für Kliniken, während die Jungen im Simulations-Operationssaal an einer Operation mit Herzlungenmaschine und Kunstherz teilnehmen oder die bettseitige Pflege an einem schwer herzkranken Patienten erlernen.

Mehr als 130.000 Mädchen und Jungen nehmen heute insgesamt an den Zukunftstagen Girls'Day und Boys'Day teil. In bundesweit über 14.000 Veranstaltungen können sie ihre Stärken in Berufs- und Studienbereichen entdecken, die ihnen häufig verschlossen bleiben.

"Gesellschaftlicher Fortschritt gelingt nur, wenn alle ihre individuellen Potenziale einbringen können. Einengende Rollenbilder in der Berufswahl müssen dafür aufgebrochen werden", fordert Manuela Schwesig.

Girls'Day und Boys'Day sind Erfolgsgeschichten - das beweist auch die wissenschaftliche Begleitforschung der Projekte: Über 90 Prozent der Jugendlichen und über 80 Prozent der beteiligten Unternehmen oder Einrichtungen bewerten den Aktionstag positiv. 18 Prozent der Unternehmen gaben an, dass mittlerweile junge Frauen eingestellt worden sind, die in den Vorjahren das jeweilige Unternehmen am Girls'Day kennenlernten.

www.girls-day.de | www.boys-day.de | www.neue-wege-fuer-jungs.de

www.kompetenzz.de

Der Bundesweite Koordinierungsstelle Girls'Day – Mädchen-Zukunftstags wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Der Boys'Day – Jungen-Zukunftstag ist eine Aktion von Neue Wege für Jungs. Boys'Day und Neue Wege für Jungs werden gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

26. März 2014

Technische Berufe praktisch kennenlernen: Bundeskanzlerin Merkel und die Initiative D21 laden 24 Schülerinnen zum Girls'Day-Auftakt ins Kanzleramt

Berlin/Bielefeld – Heute lädt Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Auftaktveranstaltung des bundesweiten Girls'Day – Mädchen-Zukunftstags ins Kanzleramt ein. Unternehmen und Institutionen bieten 24 Berliner Schülerinnen einen vielseitigen Technik-Parcours, bei dem die Mädchen an den verschiedenen Stationen MINT-Berufe von ihrer praktischen Seite kennen lernen. Die Initiative D21, langjähriger Girls'Day-Aktionspartner, organisiert den Auftakt mit sieben ihrer Mitgliedsunternehmen bereits zum zwölften Mal in Folge. Es ist mittlerweile Tradition, dass die Bundeskanzlerin – selbst Diplom-Physikerin und promovierte Naturwissenschaftlerin – einen Tag vor dem eigentlichen Girls'Day den Aktionstag eröffnet, die Mädchen begrüßt und gemeinsam mit ihnen den Parcours erkundet.

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sagt: „Ich unterstütze den Girls'Day gerne, weil ich diese Form der persönlichen Berufsorientierung für sehr wichtig halte. Vom Girls'Day profitieren Mädchen und Unternehmen gleichermaßen. In vielen Berufen mit den fachlichen Schwerpunkten Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, die sogenannten MINT-Berufe, sind die Verdienst- und Karriereaussichten sehr gut. Zudem steigt der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften mit MINT-Qualifikationen stetig.“

Girls'Day-Berufe sind Berufe, in denen der Anteil der Frauen in Ausbildung und Anstellung aktuell bei weniger als 40 Prozent liegt. Dies sind vorwiegend die sogenannten MINT-Bereiche. Die Initiative D21 engagiert sich als Aktionspartner der ersten Stunde bereits seit 14 Jahren für den Girls'Day – Mädchen Zukunftstag. „Unser aller Engagement fruchtet: Der Anteil weiblicher Beschäftigter ist in naturwissenschaftlich-technischen Berufen seit 2007 um fast zehn Prozent gestiegen. Wir alle – Politik und Unternehmen – arbeiten gemeinsam an dem Ziel, Euch durch den Girls'Day einen neuen Blick auf technische und naturwissenschaftliche Berufe zu geben. Es sind spannende Berufsfelder, die insbesondere in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben“, so Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21 und Geschäftsführer der Intel GmbH, bei der Begrüßung der Schülerinnen im Kanzleramt. Trotz dieser Erfolge gibt es auch in Zukunft noch viel zu tun. Ein Blick auf die Entwicklung der Studienwahl junger Frauen macht deutlich: Laut Statistischem Bundesamt entschlossen sich im Studienjahr 2012 beispielsweise 58.115 Studienanfängerinnen für die Fächergruppe Mathematik und Naturwissenschaften. Ihre Anzahl stieg damit im Studienjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 4.118 um 7,6 Prozent. Im Prüfungsjahr 2012 schlossen insgesamt 70.343 Studierende ihr Studium in der Fächergruppe Mathematik und Naturwissenschaften ab – 28.523 Absolventinnen und 41.820 Absolventen.

Auch der diesjährige 14. bundesweite Girls'Day am 27. März ermöglicht jungen Frauen bereits während der Schulzeit praktische Einblicke in MINT-Berufe. Das Ziel: die Entscheidung für ein Studienfach erleichtern und Berührungsängste der Mädchen mit vermeintlichen „Männer-Berufen“ möglichst früh abbauen. Häufig verhindern Unwissen oder Vorurteile der Mädchen gegenüber vermeintlich abstrakten, hochtechnisierten Tätigkeiten eine entsprechende Berufsorientierung. Am Girls'Day erfahren sie, dass die Arbeit im MINT-Bereich konkret, sozial, kreativ, lebendig und spannend sein kann: „Der Girls'Day erreicht die heutige Generation der Mädchen in Deutschland und sorgt für eine Berufsorientierung jenseits der üblichen Klischees. Er trägt maßgeblich dazu bei, das Angebot an technikorientierten Berufspraktika zu steigern“, erklärt Prof. Barbara Schwarze, Mitglied im Präsidium der Initiative D21 und Vorsitzende des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit. Der Girls'Day ist außerdem eine Chance für Unternehmen, ihre Nachwuchsförderung noch gezielter zu gestalten: Sie können junge Frauen persönlich ansprechen und für eine Ausbildung im MINT-Bereich begeistern. Ebenso kommen Unternehmen und Schulen direkt miteinander in Kontakt und können langfristige Kooperationen vereinbaren. Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21, betont: „Junge Menschen früh für technisch-naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern und damit den Nachwuchs zu fördern ist ein Schwerpunkt der Initiative D21. Mit unserem starken Netzwerk aus Expertinnen und Experten unterstützten wir auch zukünftig Aufgaben im MINT-Bereich.“

Pressekontakt

Initiative D21 e.V.
Sabrina Ortmann
Pressesprecherin
Telefon: +49 30 526 87 22-55
Mobil: +49 174 9703581
sabrina.ortmann@initiatived21.de
www.initiatived21.de
Twitter:@initiatived21

Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.
Carmen Ruffer
Leiterin Kommunikation
Telefon: +49 521-988 664 23
ruffer@kompetenzz.de
www.kompetenzz.de
www.girls-day.de

Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.
Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. fördert bundesweit die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie Vielfalt als Erfolgsprinzip in Wirtschaft, Gesellschaft und technologischer Entwicklung. Weitere Informationen unter www.kompetenzz.de.

Die Initiative D21
Die Initiative D21 – ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin – ist Deutschlands größte Partnerschaft von Wirtschaft und Politik für die digitale Gesellschaft. Annähernd 200 Mitgliedsunternehmen und -organisationen aller Branchen sowie politische Partner von Bund und Ländern bringen gemeinsam in diesem Netzwerk praxisnahe Non-Profit-Projekte voran. Alle Maßnahmen der Initiative D21 haben einen engen Bezug zu Informations- und Kommunikationstechnologien, einer entscheidenden Basis für die Zukunft Deutschlands. Die Initiative D21 wurde 1999 mit der Aufgabe gegründet, die Digitale Spaltung in Deutschland zu verhindern. Sie finanziert sich vor allem durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Weitere Informationen unter www.initiatived21.de.

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