Was ist der Girls'Day?

Was ist eigentlich der Girls'Day?
Am Girls'Day können Schülerinnen Einblick in Berufsfelder erhalten, die Mädchen im Prozess der Berufsorientierung nur selten in Betracht ziehen. In erster Linie bieten technische Unternehmen und Abteilungen, sowie Hochschulen, Forschungszentren und ähnliche Einrichtungen am Girls'Day Veranstaltungen für Mädchen an und tragen diese im Vorfeld in das Girls'Day-Radar ein. Anhand von praktischen Beispielen erleben die Teilnehmerinnen in Laboren, Büros und Werkstätten, wie interessant und spannend diese Arbeit sein kann.

Wie alt müssen Mädchen sein, um teilnehmen zu können?
Der Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag richtet sich an Mädchen von Klasse 5 bis 10. Auch Schülerinnen höherer Klassenstufen können Girls'Day-Angebote besuchen, wenn dies von den Kultusministerien der Länder unterstützt wird.

Wann findet der Girls'Day statt?
Der Girls'Day findet meistens am vierten Donnerstag im April eines Jahres statt. Der nächste Girls'Day findet am 26. April 2018 statt.

Sind die Girls'Day-Aktionen nur für Mädchen?
Ja. Alle Angebote, die sich im bundesweiten Girls'Day-Radar befinden, sind ausschließlich für Mädchen. Mädchen haben "unter sich" eine andere Herangehensweise an Technik, sie haben weniger Berührungsängste und trauen sich mehr zu. Gerade in der Berufsorientierung in Bereichen, die üblicherweise keinen hohen Frauenanteil haben, hat sich diese Veranstaltungsform bewährt.

Was können die Jungen an diesem Tag tun?
Für Jungen ab der 5. Klasse findet parallel zum Girls'Day der Boys'Day – Jungen-Zukunftstag statt. Bundesweit laden Einrichtungen, Organisationen, Schulen und Hochschulen sowie Unternehmen Schüler ab der 5. Klasse ein. Sie lernen an diesem Tag Dienstleistungsberufe z. B. in den Bereichen Erziehung, Soziales, Gesundheit und Pflege kennen sowie weitere Berufsfelder, in denen bislang nur wenige Männer arbeiten. Oder sie besuchen Angebote zu den Themen Lebensplanung und soziale Kompetenzen.

Gibt es den Girls'Day nur in Deutschland?
Der Girls'Day oder ähnliche Aktionen finden mittlerweile in über 20 Ländern statt: neben Deutschland in den europäischen Ländern Belgien, Estland, Frankreich, Italien, Kosovo, Luxemburg, Liechtenstein, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Schweiz, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn. In Asien gibt es den Girls'Day in Kirgisistan, Japan und Südkorea und seit 2014 auch im afrikanischen Äthiopien. 2016 wird es einen Girls'Day in Ägypten geben. Grenzüberschreitend findet er in Österreich, Luxemburg, Belgien, Polen, Tschechien und der Schweiz statt. Für die IT-Branche wurde am Girls'Day der "Girls in ICT Day" initiiert, der weltweit Mädchen auf IT-Berufe aufmerksam machen soll.

Warum gibt es den Girls'Day?

Warum gibt es den Mädchen-Zukunftstag?
Mädchen haben im Schnitt die besseren Schulabschlüsse und Noten. Trotzdem wählt mehr als die Hälfte der Mädchen aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen im dualen System – kein einziger naturwissenschaftlich-technischer ist darunter. In Studiengängen, wie z.B. in Ingenieurswissenschaften oder Informatik, sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Damit schöpfen sie ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus; den Betrieben aber fehlt gerade in technischen und techniknahen Bereichen zunehmend qualifizierter Nachwuchs.

Seit wann gibt es den Girls'Day und wie hat er sich entwickelt?
2001 fand der erste Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag in Deutschland statt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Initiative D21 starteten gemeinsam diese bundesweite Aktion. Von Beginn an wurde sie vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. koordiniert. Erste Anstöße zum Girls'Day kamen aus den Frauen-Technik-Netzwerken, angeregt durch das Beispiel des ehemaligen amerikanischen "Take Our Daughters To Work Day". Bereits seit 1993 besuchen Schülerinnen in den USA an diesem Tag den Arbeitsplatz ihrer Eltern oder Bekannten. Einzelne Firmen in Deutschland führten bereits einen solchen Tag nach dem amerikanischen Modell durch (Lucent Technologies, DESY u.a.) und sammelten erste gute Erfahrungen. Die Zeitschrift EMMA unterstützte das Konzept; ebenso wurde der Hamburger Töchtertag nach diesem Vorbild im Jahr 2001 initiiert.

Woher hat der Girls'Day seinen Namen?
Der Name des Aktionstages wurde anhand einer kleinen Umfrage innerhalb der entsprechenden Zielgruppe (Mädchen im Alter von zehn bis 15 Jahren) in Schulklassen und Mädchen-Treffs gewählt. "Girls'Day" war der von den befragten Mädchen bevorzugte Name. Da die Bezeichnung auch in der deutschen Sprache das Ziel dieses bundesweiten Aktionstags ausdrücken soll, lautet der vollständige Name Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag.

Rahmenbedingungen

Wie sind die Mädchen am Girls'Day versichert?
Sofern die Teilnahme am Girls'Day als Schulveranstaltung gewertet wird, sind die Mädchen über die Schule gesetzlich unfallversichert. Für alle Aktionen, die im Girls'Day-Radar eingetragen sind, hat die Bundesweite Koordinierungsstelle eine zusätzliche (subsidiäre) Unfall- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Hier finden Sie detaillierte Informationen zur Versicherung für Unternehmen, Schulen + Eltern und Arbeitskreise.

Grenzüberschreitende Angebote
Die zusätzliche (subsidiäre) Versicherung bezieht sich auf alle Schülerinnen, die eine deutsche Schule besuchen, auch wenn sie eine Veranstaltung im Ausland, z.B. grenzüberschreitend besuchen. Umgekehrt sind Schülerinnen aus den europäischen Nachbarländern, die ein Angebot in Deutschland besuchen, nicht darüber versichert.

Inwieweit gilt für den Girls'Day das Jugendarbeitsschutzgesetz?
Laut §§ 5, 6 und 7 des Jugendarbeitsschutzgesetzes ist die Beschäftigung von Kindern und vollzeitschulpflichtigen Jugendlichen verboten. Ausgenommen sind beispielsweise Tätigkeiten im Rahmen des schulischen Betriebspraktikums. Da es sich beim Girls'Day um ein schulisches Berufsorientierungsprojekt handelt, unterliegt es nicht dem Jugendarbeitsschutzgesetz.

Soweit die Mädchen an dem Tag eigene Aufgaben im besuchten Betrieb übernehmen, sollte aber trotzdem darauf geachtet werden, dass diese Tätigkeiten leicht und geeignet sind.
Das vollständige Jugendarbeitsschutzgesetz finden Sie im Internet:
www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/jarbschg/gesamt.pdf

Wie erhalte ich Informationsmaterialien zum Girls'Day?
Alle kostenlosen Materialien zum Bestellen und Herunterladen, die Sie zur Durchführung des Girls'Day benötigen, sowie Give-aways finden Sie in unserem Materialcenter.

Was ist, wenn es nur eine Toilette im Betrieb gibt?
Getrennte Toiletten für Männer und Frauen sind nicht zwingend vorgeschrieben. Es reicht aus, wenn die getrennte Nutzung ermöglicht wird! D. h., ein Klo reicht aus, solange man es (z. B. durch Abschließen) getrennt nutzen kann.

Girls'Day und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz
Einige Veranstalterinnen und Veranstalter sind unsicher, ob sie mit der Durchführung des Girls'Day im Betrieb gegen das neue allgemeine Gleichstellungsgesetz verstoßen. Dem ist jedoch nicht so. Der Mädchen-Zukunftstag ist im Rahmen des Gleichstellungsgesetzes eine geeignete und zulässige Maßnahme.

Hierzu die Stellungnahme der Antidiskriminierungsstelle des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ):
"In Umsetzung entsprechender Vorgaben der EU-Gleichbehandlungsrichtlinien, die wiederum auf Art. 141 Abs. 4 EG-Vertrag fußen, bestimmt § 5 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz(AGG), dass eine unterschiedliche Behandlung von bestimmten Personen und Personengruppen zulässig ist, wenn durch die Maßnahme bestehende Nachteile tatsächlicher oder struktureller Art für die besonders geschützten Personen ausgeglichen werden sollen. Danach sind Fördermaßnahmen für Mädchen und Frauen in den Bereichen zulässig, in denen sie tatsächlich oder strukturell benachteiligt sind.Mädchen sind in Teilbereichen der Berufsausbildung strukturell benachteiligt. Maßnahmen wie der Girls Day sind verhältnismäßig und geeignet, diesen strukturellen Benachteiligungen entgegenzuwirken. § 5 AGG erlaubt Arbeitgebern, Allgemeinwohlinteressen oder spezielle Gruppeninteressen wahrzunehmen, ein Bezug zum Betrieb oder Unternehmen ist nicht erforderlich. Der Arbeitgeber muss auch kein betriebliches Interesse an einer Förderung von Mädchen darlegen. Es kommt auch nicht darauf an, ob diese Gruppe bereits im Betrieb vertreten ist oder nicht (Bauer/Göpfert/Krieger, Kommentar zum AGG, §5 Rn 7-9)."

Hinweis zur Verwendung des Girls'Day-Logos
Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Betriebe, die Veranstaltungen durchführen, die den Kriterien des Girls'Day entsprechen oder auf dem Radar eingetragen sind, dürfen nach Absprache das Girls'Day-Logo benutzen. Bitte wenden Sie sich dazu an den genannten Pressekontakt.

Infos für Mädchen

Mädchen-Hotline
Wenn du Fragen zum Girls'Day hast, ruf unsere Mädchen-Hotline an. Sie ist ab dem 14. März 2016 für dich von montags bis freitags zwischen 14 und 17 Uhr erreichbar: 0521 106-7354 .

Wie melde ich mich als Mädchen an?
Über das Girls'Day-Radar kannst du einen Girls'Day-Platz in deiner Nähe finden. Gib einfach deine Postleitzahl ein und los geht's. Wenn du ein passendes Angebot gefunden hast, melde dich dort an, entweder per Telefon oder direkt online – Informationen dazu findest du in der Beschreibung des Angebots. Bedenke auch, dass deine Anmeldung verbindlich ist. D.h., falls du krank werden solltest, musst du dich dort bitte auch wieder abmelden.

Online-Anmeldung
Für die Online-Anmeldung brauchst du eine E-Mail-Adresse, die du auch selber abrufen kannst. Eine E-Mail-Adresse kannst du dir bei einem kostenlosen E-Mail-Anbieter besorgen. Wichtig: Du bekommst einige Minuten nach dem Abschicken deiner Anmeldung eine E-Mail von uns. Darin befindet sich ein Link, den du innerhalb eines Tages anklicken musst, um deine Anmeldung zu bestätigen. Ohne die Bestätigung bist du nicht angemeldet!

Mein Anmeldelink kommt nicht an
Prüfe, ob du die richtige E-Mail-Adresse angegeben hast. Vielleicht ist die E-Mail auch in deinem SPAM-Ordner gelandet? Aber Achtung: Nach 24 Stunden verfällt die Anmeldung – dann musst du dich einfach noch mal neu anmelden.

Was tun, wenn es keinen Girls'Day-Platz in der Nähe gibt?
Werde selbst aktiv! Natürlich kannst du dir auch auf eigene Faust einen Girls'Day-Platz suchen: Frage Bekannte oder Verwandte, ob du sie zur Arbeit begleiten darfst, suche nach interessanten Unternehmen und Organisationen in den Gelben Seiten oder im Internet. Sprich selbst mit jemandem aus einem Unternehmen oder einer Organisation, die dich interessiert. Berichte dort vom Girls'Day und frage nach, ob du den Mädchen-Zukunftstag dort verbringen darfst.

Ich möchte zu einer anderen Veranstaltung gehen. Geht das?
Das geht. Wenn du dich telefonisch angemeldet hast, ruf bitte so schnell wie möglich den Anbieter an, bei dem du dich angemeldet hast. Sag ihm Bescheid, dass du nicht kommst. Danach kannst du dich woanders anmelden. Wenn du dich online angemeldet hast, schreib bitte eine E-Mail an info@girls-day.de. Wir melden dich dann ab. Danach kannst du dich woanders anmelden.

Ich kann doch nicht teilnehmen. Was muss ich tun?
Wenn du dich telefonisch angemeldet hast, ruf bitte so schnell wie möglich den Anbieter an, bei dem du dich angemeldet hast. Sag ihm Bescheid, dass du nicht kommen kannst. Wenn du dich online angemeldet hast, schreib bitte eine E-Mail an info@girls-day.de. Wir melden dich dann ab.

Infos für Veranstaltende

Wie können sich Unternehmen und Organisationen am Girls'Day beteiligen?
Unternehmen und Organisationen tragen ihr Girls'Day-Angebot online in das Girls'Day-Radar ein.

Was genau ist eine Girls'Day-Veranstaltung?
Bei Girls'Day-Veranstaltungen lernen Mädchen ab der Klasse 5 Berufsbereiche aus Technik, Naturwissenschaften, Handwerk und IT oder weibliche Vorbilder in Führungspositionen aus Wirtschaft und Politik kennen. An diesem Tag erhalten Mädchen einen Einblick in diese oft unbekannten Bereiche und können erste Kontakte zur Arbeitswelt knüpfen. Die eigene Aktivität der Mädchen steht dabei im Vordergrund.

Welche Berufsbereiche eignen sich für Aktionen am Girls'Day?
Am Girls'Day sollen den Schülerinnen ausschließlich Berufe vorgestellt werden, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind. Das sind insbesondere Berufe aus den Bereichen Technik, Naturwissenschaften, Handwerk und Informationstechnologie. Aber auch Bereiche wie Politik oder Frauen in Führungspositionen können vorgestellt werden. Es geht darum, Mädchen einen Einblick in die Berufe zu ermöglichen, die sie bei ihrer Berufswahl bisher eher selten in Betracht ziehen. Als Girls'Day-Angebot werden daher nur Veranstaltungen in Berufen zugelassen, in denen der Frauenanteil aktuell unter 40 Prozent liegt. Genauere Informationen zu diesen Berufen erhalten Sie in der Rubrik Girls'Day-Berufe.

Wer kann mir bei Fragen weiterhelfen?
Wenden Sie sich an einen regionalen Girls'Day-Arbeitskreis vor Ort. Die Kontaktdaten finden Sie über das Girls'Day-Radar. Auch das Team der Bundesweiten Koordinierungsstelle des Girls'Day steht Ihnen für Fragen gerne per Mail oder telefonisch zur Verfügung. Sie erreichen uns per Mail unter info@girls-day.de oder telefonisch unter 0521 106-7357.

Wie bekomme ich das aktuelle Logo des Girls'Day – Mädchen-Zukunftstags?
Gerne können Sie unser Logo für die Bewerbung und Gestaltung Ihrer Girls'Day-Aktion verwenden. Auf Anfrage schicken wir Ihnen eine web- oder druckfähige Version zu. Bei der Veröffentlichung in Artikeln freuen wir uns über ein Belegexemplar. Schreiben Sie uns eine Mail an info@girls-day.de.

Infos für Arbeitskreise

Was ist ein regionaler Girls'Day Arbeitskreis?
Arbeitskreise sind regionale Netzwerke oder Kontaktstellen für die Vorbereitung des Girls'Day. Sie bieten allen Beteiligten Unterstützung vor Ort, vernetzen Unternehmen, Schulen und Schülerinnen und stehen für alle Fragen zur Verfügung. Oft koordinieren sie auch die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort oder organisieren Angebote auch für Jungen an diesem Tag. Sie finden alle regionalen Arbeitskreise über das Girls'Day-Radar.

Ich möchte einen regionalen Girls'Day-Arbeitskreis gründen
Haben Sie Interesse, selbst einen Girls'Day Arbeitskreis in Ihrer Region zu gründen? Im Bereich Arbeitskreise finden Sie nähere Informationen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf! Wir beraten Sie gerne! arbeitskreis@girls-day.de

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