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Katharina Geutebrück ist Dipl. Wirtschaftsingenieurin, Fachrichtung Elektrotechnik und Geschäftsführerin der Firma Geutebrück Videoüberwachungs-Systeme. Heute ist ihr Unternehmen Vorreiter auf vielen Gebieten der Video-Überwachung und in Frankreich, Russland, Slowenien, Belgien und China mit Tochtergesellschaften vertreten.

Schon als Kinder wurden Katharina Geutebrück und ihre Geschwister von ihren Eltern dazu motiviert, sich mit technischen Dingen auseinander zu setzen.

Oft war sie in der Werkstatt des Unternehmens ihres Vaters und bekam dadurch schon sehr früh und sehr vielfältige Einblicke in die unterschiedlichen technischen Arbeitsbereiche. Ihr Vater hatte das Unternehmen in den 70er Jahren aus der Garage heraus gegründet.

"Als Schülerin jobbte ich in den Sommerferien im elterlichen Betrieb und bestückte und lötete Bauteile. Dabei habe ich mich dann gefragt, wie das zusammenhängt, dass ich hier bunte Bauteile mit Zinn auf eine Leiterplatte draufklebe und hinterher funktioniert dann was. Ich war einfach neugierig. Diese Neugierde setzte sich in der Schule in einem großen Interesse an Naturwissenschaften und Mathematik fort." berichtet sie.

Ihr Studium absolvierte Frau Geutebrück dann auch im technischen und betriebswirtschaftlichen Bereich. Sie studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Elektrotechnik an der damaligen TH Darmstadt (jetzt TU Darmstadt).

Zu Beginn des Studiums war sie eine von 5 Frauen bei ungefähr 100 Männern. Im Laufe des Studiums halbierte sich jedoch die Anzahl der männlichen Kommilitonen, wobei aber alle fünf Frauen schließlich den Abschluss schafften.

Sie denkt, dass das daran liegt, dass Frauen klarere Vorstellungen davon haben, was sie wollen und den festen Willen, das auch durchzuziehen.

"Wenn man Frauen in der Technik hat, dann sind sie sehr klar und zielorientiert und wissen, worum es ihnen geht." sagt sie aus Erfahrung hierzu.

Als eine der wenigen Frauen im Studium fühlte sie sich jedoch keineswegs benachteiligt. Im Gegenteil: "Wenn ich als Frau technische Kompetenz zeigte, habe ich es eher so erlebt, dass ich einen Aha-Effekt auslöste, wo die andere Seite dachte: ‚Das hätte ich nicht erwartet!'. Ich war stolz darauf, mehr Kompetenz als meine Mitschüler oder Kommilitonen zu haben. Das gab mir das Gefühl, etwas Besonderes zu sein."

Als Grund für das allgemein geringe Interesse von Frauen an technischen Berufen sieht Frau Geutebrück das Rollenverständnis in der Gesellschaft.

Letztendlich ist für sie jedoch die individuelle Persönlichkeit ausschlaggebend für ein spezifisches Interesse an Technik. Dieses kann ihrer Meinung nach nicht anerzogen, aber durchaus gefördert oder verhindert werden.

"Ich denke, wie sich eine Person dann entwickelt, ist verschieden." sagt sie.

Als Beispiel führt sie die unterschiedliche Entwicklung von ihr und ihrer Schwester an, die ebenso wie sie selber von den Eltern zur Auseinandersetzung mit technischen Zusammenhängen angeregt wurde, aber die überhaupt nicht technisch interessiert ist. Sie war lange Zeit in der Kranken- und Altenpflege tätig und hat nun ein Geschäft für Kinderbekleidung.

Nach dem Ende des Studiums arbeitete Katharina Geutebrück ein halbes Jahr in Bozen, Italien. Dort war sie projektverantwortlich für die Optimierung der Tourenplanung in der logistischen Abteilung eines Unternehmens.

Anschließend war sie in einem Unternehmen in Frankreich als ‚internationale Produktmanagerin' tätig. Hier war sie für die Vermarktung von Industrieleuchten für den deutschen Markt zuständig.

1997 stellte sich dann die Frage, ob sie die Geschäftsführung des elterlichen Unternehmens übernehmen wollte.

"Auch wenn es im Nachhinein vielleicht so aussieht, habe ich nicht gezielt darauf hingearbeitet, das elterliche Unternehmen zu übernehmen. Ich habe nach meiner Interessenlage studiert und gearbeitet. Die Entscheidung wurde natürlich auch dadurch beeinflusst, dass ich in einer Unternehmerfamilie aufgewachsen bin. Meine Eltern drängten mich nicht zur Übernahme. Ich habe mich dann nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, die Herausforderung anzunehmen."