Andrea Ruppert ist IT-Referentin bei der DATEV eG in Nürnberg, die sich seit 2006 am Girls’Day beteiligt, um jungen Frauen das Thema Technik ein bisschen näher zu bringen. In den Veranstaltungen bei DATEV können die Teilnehmerinnen den Beruf der Fachinformatikerin anhand von praktischen Aufgaben und Tätigkeiten kennenlernen. Frau Ruppert hält den Girls’Day für wichtig, da junge Frauen so schon früh die Möglichkeit bekommen, Interesse an technischen Berufen entwickeln zu können.
Was hat bei Ihnen das Interesse geweckt, den Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag zu veranstalten?
Die Möglichkeit, jungen Frauen das Thema Technik ein Stück näher bringen zu können und sie bei der Berufswahl unterstützen zu können, hat uns dazu motiviert, am Girls’Day teilnehmen zu wollen.
Wie groß war die Veranstaltung, die Sie organisiert haben? Haben Sie Ihr Angebot auf eine bestimmte Altersgruppe abgestimmt? Wie alt waren die Mädchen und welche Schulform haben sie besucht?
Unsere Veranstaltung war für 20 Mädchen im Alter von 14–17 Jahren ausgerichtet. Sie kamen von Realschulen, Wirtschaftsschulen und Gymnasien.
Wie haben Sie Ihr Angebot gestaltet? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Das Angebot war so gestaltet, dass die Mädchen viel selbst aktiv ausprobieren konnten, um die Aufgaben einer Fachinformatikerin kennenzulernen. Beispielsweise konnte man einen PC zusammenbauen und so alle Komponenten der Hardware kennenlernen. Erste Erfahrungen mit Programmierung konnten bei einer Schulung mit dem Programm „Kara“ gemacht werden, bei der man einen Marienkäfer programmieren musste. Außerdem gab es einen informellen Teil, der sich auf unser Unternehmen und die Ausbildung bezog. Hier informierten wir die Mädchen über alle unsere Ausbildungsberufe, sowie Studienmöglichkeiten. Auszubildende aus höheren Lehrjahren brachten ihre eigenen Erfahrungen in die Runde mit ein. Der aktive Teil kam sehr gut an, da die Mädchen selbst erleben konnten, was hinter dem Job der Fachinformatikerin steckt und ihre Talente in diesem Bereich testen konnten.
Wer war an den Vorbereitungen zum Girls’Day in Ihrem Betrieb/Ihrer Einrichtung beteiligt und ab wann haben Sie mit der Organisation angefangen?
Die Organisation hat etwa im Januar mit der Anmeldung zum Girls’Day begonnen. Die Aufgabe ein Programm zu entwickeln, haben wir unseren Fachinformatikerinnen im zweiten Lehrjahr übergeben, da sie selbst am besten wissen, was die spannenden Seiten ihres Berufs sind und wie sie die Mädchen erreichen können.
Wie haben die Mädchen von Ihrem Angebot erfahren? War es eine offene oder geschlossene Veranstaltung? Gab es eine Zusammenarbeit mit den Schulen?
Wir wollten ein offenes Angebot auf der Girls’Day Homepage veröffentlichen, um möglichst viele verschiedene Schulen zu erreichen und die Mädchen dann als Multiplikatoren in ihren Schulen zu gewinnen. Viele Anfragen kamen auch von Mitarbeitern aus dem Unternehmen, die ihren Töchtern einen Einblick ermöglichen wollten.
Haben Sie sich an einem regionalen Arbeitskreis des Girls’Day beteiligt oder mit einem regionalen Arbeitskreis zusammengearbeitet?
Nein, wir haben nicht mit einem Arbeitskreis zusammengearbeitet.
War es ein erfolgreicher Tag für Sie? Hatte der Girls’Day "Nachwirkungen"?
Der Tag war für uns erfolgreich, da einige der Mädchen sich anschließend für eine Ausbildung als Fachinformatikerin interessiert und auch beworben haben. Ein Mädchen, das am Girls’Day bei uns an der Veranstaltung teilgenommen hat, hat im September 2009 eine Ausbildung zur Fachinformatikerin bei uns begonnen.
Haben Sie aufgrund des Girls’Day junge Frauen für technische Ausbildungen einstellen können? Welche Impulse bringt das für Ihren Betrieb?
Wir konnten schon mehrmals junge Frauen beim Girls’Day für eine Ausbildung als Fachinformatikerin begeistern und später auch einstellen. Diese Auszubildenden sind nun auch als „Betreuer“ beim Girls’Day aktiv und versuchen immer wieder neue Mädchen für eine Ausbildung im technischen Bereich zu begeistern.
Haben Sie schon mehrmals den Girls’Day organisiert? Gab es Unterschiede zwischen dem aktuellen Girls’Day und dem vorjährigen?
Ich habe den Girls’Day in diesem Jahr zum zweiten Mal organisiert. Die Unterschiede im Ablauf ergeben sich durch die unterschiedlichen Gruppenzusammensetzungen. Organisatorisch gab es aus meiner Sicht keine Unterschiede zum vorigen Jahr.
Warum sollte es einen Girls’Day geben?
Den Girls’Day sollte es geben, damit junge Frauen die Chance haben, sich beruflich zu orientieren und um ihre Fähigkeiten und Kenntnisse im MINT-Bereich weiter auszubauen. Außerdem kann das Interesse an einer Ausbildung im technischen Bereich frühzeitig geweckt werden. Als Unternehmen profitieren auch wir von so einer Aktion, da wir die potenzielle Bewerberinnen in technischen Berufen vorab kennenlernen können.

















