Nachwuchssicherung – junge Frauen gewinnen
Frauen sind in Technik, Naturwissenschaften, Forschung und an der Spitze von Unternehmen noch immer selten zu sehen. Frauen studieren Sprachen oder Kunstgeschichte, Männer Informatik oder Maschinenbau. Ein Klischee? Fakt ist, dass Frauen in naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen noch immer stark unterrepräsentiert sind. Teilweise liegt der Frauenanteil sogar deutlich unter zehn Prozent. Und das, obwohl es zu wenig Absolventinnen und Absolventen dieser Studienrichtungen und somit gute Berufschancen gibt. Und, laut der Meinung von Expertinnen und Experten sind in allen Bereichen die Teams am kreativsten, in denen Frauen und Männer zusammen arbeiten, weil sie Aufgaben aus unterschiedlichen Blickwinkeln angehen. Verschiedene Unternehmen setzen ein Zeichen durch spezielle Projekte.
Hier finden Sie einige gelungene Projekte zur Gewinnung junger Frauen für (informations-)technische Berufsfelder sowie weitere Informationen zur Berufsorientierung von Mädchen sowie Links und Interviewsmit jungen Frauen, die über den Girls'Day zu ihrem Beruf gekommen sind.
IBM MentorPlace
MentorPlace ist ein international von IBM realisiertes Projekt und läuft derzeit in vielen Ländern der Welt – seit August 2002 auch in Deutschland. Regionale Schwerpunkte in Deutschland sind momentan Stuttgart, Mainz, Frankfurt, Berlin und Dresden. Hauptbestandteil des Projekts zur Förderung von jungen Frauen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren ist das Mentoring, bei dem je eine Mentorin eine Schülerin intensiv und individuell betreut. Die Mentorinnen lassen die Mädchen an ihrem Berufsleben teilhaben, halten persönlichen Kontakt zu den Mädchen und beraten sie in den verschiedensten Bereichen. So bekommen die Mädchen einen Einblick in die Berufswelt und werden nach ihren Interessen und Fähigkeiten gefördert. IBM geht gezielt auf Schulen zu, um Schülerinnen schon sehr früh fördern zu können. Jede Schülerin bekommt eine Mentorin zur Seite gestellt, die sich durch diese one-to-one-Beziehung individuell und intensiv auf die Schülerin einstellen kann. Die Mentorin betreut die Schülerin ungefähr neun Monate lang. Der Kontakt verläuft über Telefonate und persönliche Treffen, vor allem aber über E-Mail.
Young Ladies' Network of Technology: Das Förderprogramm für junge Frauen YOLANTE ist ein Förderprogramm der Siemens AG. 100 Abiturientinnen werden jährlich durch das technische oder naturwissenschaftliche Studium begleitet und gezielt gefördert. Sie erfahren durch ihre Mentorin oder ihren Mentor eine umfassende Betreuung und Begleitung. Sie bekommen die Chance, zusätzliche Kompetenzen aufzubauen und ein Netzwerk zu knüpfen. Praktika oder die Tätigkeit als Werkstudentin verschaffen ihnen Einblicke in die Praxis. In speziellen Bewerbertrainings werden die jungen Frauen ausführlich beraten und bekommen Anregungen und Tipps, was sie bei einer Bewerbung beachten müssen.
Siemens Technik-Abenteuer-Camp
Unter dem Motto "Raus in die Natur, rein ins Abenteuer, ran an die Technik" lädt die Siemens AG junge Frauen mit Mumm zum Technik-Abenteuer-Camp (TAC) ein. Fünf Tage wagen sie sich an "Männerdomänen" wie Freeclimbing und Segelfliegen, Elektrotechnik und Multimedia. Mit dem
Technik-Abenteuer-Camp können Mädchen von 16 bis 20 Jahren bei Abenteuersportarten und Technik-Programm ihr Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit, ihren Mut zum Risiko, ihren Teamgeist und ihr technisches Geschick testen und weiterentwickeln: Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Studien – bzw. Berufsweg – gerade im Bereich der Technik.
Mädchen für Technik Camps
Technische Fähigkeiten entdecken und Spiel, Spaß und Abenteuer erleben. Bei den
Mädchen für Technik-Camps in Bayern verbringen Schülerinnen im Alter von 12 bis 14 Jahren eine aufregende Woche. Sie besuchen ein Unternehmen, arbeiten dort an einem echten Projekt mit und erleben rundherum ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Die Camps finden in den Oster-, Sommer- und Herbstferien statt. 2006 beteilgten sich 16 Unternehmen an dem Projekt, unter anderem BMWGroup München, Siemens AG Erlangen oder AUDI AG, Ingolstadt. Die mittlerweile 20 Prozent weiblichen Auszubildenden im technischen Bereich führt BMW auch auf Maßnahmen wie das Technik Camp und den Girls'Day zurück.
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