Girls'Day für alle Mädchen

Der Girls'Day soll für alle Mädchen offen sein. Die folgende Auflistung soll für den Umgang mit der Vielfalt von Menschen sensibilisieren und Anregungen geben, wie ein Girls'Day-Angebot barrierefrei gestaltet werden kann.

Mädchen mit Behinderung werden oftmals bestimmten Gruppen zugeordnet (Rollstuhlfahrerinnen, Epileptikerinnen etc.). Viel wichtiger ist jedoch der Blick auf die vorhandenen Ressourcen, Stärken und Kompetenzen dieser individuell sehr verschiedenen Jugendlichen.
  
Die Option "Das Angebot ist barrierefrei" im Eintragsformular bzw. das Rollstuhlsymbol in der Kennzeichnung von Girls'Day-Angeboten soll als übergreifendes Symbol verstanden werden und bezieht ganz verschiedene Behinderungen mit ein.

Barrierefrei gekennzeichnete Girls'Day-Angebote sollen möglichst allen Mädchen die Teilnahme ermöglichen. Im Einzelfall sollten Anbieterinnen/Anbieter und Mädchen natürlich im Vorfeld Kontakt zueinander aufnehmen, um konkrete Fragen zu klären.

Für Mädchen im Rollstuhl

  • Die jeweilige Veranstaltung sollte in einem Raum stattfinden, der mit einem Rollstuhl erreichbar ist. Natürlich sollte auch das WC bequem mit Rollstuhl benutzbar sein. (Notwendige Türbreite 80 cm, sowie entsprechender Platz im WC.)
  • Für die Überwindung von geringfügigen Stufen können meist kostenlos oder zu einem sehr geringem Beitrag Rampen bei den örtlichen Sanitätshäusern oder Behindertenorganisationen ausgeliehen werden. (Details müssen vor Ort abgeklärt werden.)

Für Mädchen mit einer Gehbehinderung

  • Bei Bedarf direkt einen Parkplatz vor dem Veranstaltungsort freihalten.

Für blinde und sehbehinderte Mädchen

  • Veröffentlichung von Veranstaltungsankündigungen auch in den von blinden und sehbehinderten Menschen lesbaren Medien. Hinweis: Die Girls’Day-Website ist barrierefrei programmiert. Die Veranstaltungsangebote auf der Aktionslandkarte und auch alle anderen Texte können maschinell ausgelesen werden, die Schriftgröße ist stufenlos verstellbar.
  • Bereitstellung von Infomaterialien per Mail und in Großdruck (Schriftgröße mindestens 16 pt).
  • Teilnehmerinnen an der vom Veranstaltungsort aus nächstgelegenen Haltestelle des ÖPNV abholen. (Voranmeldung ist hierbei natürlich notwendig.)
  • Infoschilder oder Wegweiser: Bitte große, gut lesbare Schrift auf kontrastreichem Hintergrund verwenden.
  • Vorträge mit Folien: Falls blinde oder sehbehinderte Mädchen anwesend sind, die Folien bitte während des Auflegens kurz erklären.
  • Falls es einen Info- oder Büchertisch gibt: sofern dies geleistet werden kann, Assistenz zum Ansehen der Materialien zur Verfügung stellen. Im Vorhinein oder bei Beginn der Veranstaltung darauf hinweisen
  • Bei Filmen wäre es schön, wenn (nach Voranmeldung) für blinde und sehbehinderte Mädchen Personal zum Erklären des Filmes zur Verfügung stehen könnte.

Für gehörlose Mädchen

  • Damit sie Nutzen aus der jeweiligen Veranstaltung ziehen können, ist die Voranmeldung von gehörlosen Mädchen erforderlich und die Anwesenheit von 1 - 2 Gebärdendolmetscherinnen und -dolmetschern notwendig (je nach Art und Umfang der Veranstaltung, am Besten mit der infrage kommenden Gebärdendolmetscherin vorher abklären). Die örtlichen Behindertenbeauftragten können Ihnen Adressen von Gebärdendolmetscherinnen und -dolmetschern vermitteln. Möglicherweise stehen Dolmetscherinnen und Dolmetscher aus der Schule zur Verfügung.

 Für Mädchen mit einer Hörbehinderung

  • Nach Voranmeldung: Ausstattung des Veranstaltungsraumes mit einer Höranlage. Die technische Installation ist unkompliziert. Die örtlichen Behindertenbeauftragten, der Behindertenrat oder örtliche Zusammenschlüsse von Menschen mit einer Hörbehinderung wissen mit Sicherheit, wo man zu welchen Bedingungen eine Höranlage ausleihen kann.

Für Mädchen mit Lernschwierigkeiten (Mädchen mit sog. geistiger Behinderung)

  • Arbeitsanweisungen müssen klar, leicht verständlich und überschaubar sein.
  • Die Mädchen sollten ermutigt werden, nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben.
  • Routineaufgaben sind meist gut geeignet, da sie Sicherheit vermitteln.
  • Damit diese Mädchen den Inhalten einer Veranstaltung folgen können, muss die Veranstaltung ausschließlich in leichter Sprache - untermalt mit vielen Bildern - angeboten werden. Eine Aufteilung in Gruppen kann hier sinnvoll sein, um die Inhalte der Veranstaltung adäquat für behinderte und nichtbehinderte Mädchen anzubieten.
  • Regeln zur Umsetzung von leichter Sprache gibt es z. B. beim Netzwerk Leichte Sprache: www.leichtesprache.org oder auf der Webseite www.gemeinsam-einfach-machen.de des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Quelle
Projekt: Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen
E-Mail: hkbf@fab-kassel.de

Bestätigen für mehr Datenschutz

Bestätige mit OK, um den Artikel auf dem sozialen Netzwerk Facebook zu empfehlen. Nach deiner Empfehlung werden keinerlei Daten mehr an Dritte gesendet.

Informationen zum Datenschutz

OK