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Berufsorientierung


Mädchen bauen einen Computer auseinander

Berufsorientierung ist ein besonderer Bildungsauftrag, um an allgemeinbildenden Schulen in altersgemäßer Form Schülerinnen und Schüler an die Arbeits- und Berufswelt heranzuführen und ihnen Unterstützung für ihre Zukunftsplanung nach dem Schulabschluss zu bieten. Bei der individuellen Berufsorientierung geht es um mehr als nur die Wahl des Berufsweges. Zahlreiche Faktoren beeinflussen Mädchen und Jungen in ihren Vorstellungen der eigenen Lebens- und Berufsperspektiven. Neben dem sozialen Umfeld wirken vor allem die Selbsteinschätzung der persönlichen Stärken, Vorlieben und Interessen sowie die realen Chancen des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes auf die Verwirklichung von Berufs- und Studienwünschen ein. Berufsorientierung erfolgt vor einem immer schnelleren Wandel in der Arbeitswelt. Anforderungsprofile verschieben sich und Standardbiografien werden zur Ausnahme. Dabei hat das Geschlecht einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Berufs- und Lebensplanung.

Im Berufs- und Studienfachwahlverhalten zeigen Mädchen und Jungen ein geschlechtsspezifisch eingeschränktes Spektrum. Etwa 50 Prozent der Jungen konzentrieren sich auf zwanzig derzeit "typisch männliche" Ausbildungsberufe. Mehr als 70 Prozent der Mädchen wählen aus zwanzig aktuell "typisch weiblichen" Ausbildungsberufen. Eine geschlechtsbewusste Berufsorientierung in der Schule kann dazu beitragen, das Berufswahlspektrum zu erweitern. Sie befähigt und unterstützt Mädchen und Jungen darin, ihre eigene Biografie in der Vielfalt der möglichen Lebensmodelle zu entwerfen und konstruktiv zu gestalten.

Für Mädchen können neue Einblicke und Informationen über "frauenuntypische" Berufe neue Perspektiven eröffnen. Für Jungen erfordert die Veränderung tradierter Männlichkeitsbilder und die veränderten weiblichen Lebensentwürfe eine Auseinandersetzung mit einem neuen Rollenbild. An vielen Schulen gibt es Berufswahlorientierungsprogramme mit entsprechenden Unterrichtsinhalten, Praktika und Projekten. Diese sollten aus einer geschlechterbewussten Perspektive kritisch geprüft und gegebenenfalls verändert werden. Der Girls´Day - Mädchen-Zukunftstag kann als ein Baustein dazu genutzt werden und ein Impuls zu einer Reflexion sein.

Ausführliche Informationen zur Berufsorientierung von Mädchen, wie z.B. Links zur Berufsorientierung, Projekte, eine Datenbank mit Berufs- und Studienorientierungstagen und Interviews mit Mädchen, die über den Girls'Day zum Beruf gekommen sind, finden sie in der Rubrik Zukunft Beruf.


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