Meike hat während ihrer Zeit in der Realschule zwei Mal am Girls’Day teilgenommen. 2004 war sie bei der SKF GmbH in Schweinfurt. Der Tag dort und das Unternehmen haben ihr so gut gefallen, dass sie nach dem Girls’Day noch ein Praktikum gemacht hat, bevor sie dann 2007 mit 17 Jahren die Ausbildung zur Industriemechanikerin begann.
Wie bist du auf den Girls’Day aufmerksam geworden?
Meine damalige Schule hat verschiedene Betriebe zur Wahl gestellt, bei denen wir uns anmelden konnten um bei ihnen am Girls’Day teilzunehmen.
Warum hast du dich für diesen Girls’Day-Platz entschieden?
Meine Girls’Day-Betriebe kannte ich schon vorher. Speziell die SKF, da war ich auch schon öfter beim „Tag der offenen Tür“.
Haben sich für den besuchten Betrieb viele Mädchen interessiert, waren viele da? Warum, glaubst du, hast du dir dieses Angebot ausgesucht, andere aber nicht? Interessieren sich die anderen auch, aber trauen sich nicht?
Es haben sich schon viele dafür interessiert, aber ich glaube die meisten trauen sich nicht mal etwas anderes zu machen und wählen dann doch eher die üblichen Frauenberufe wie Industrie- oder Bürokauffrau.
Wie war dein Girls’Day?
Mein Girls’Day war sehr aufschlussreich und hat mich dazu bewegt auch ein Praktikum als Industriemechanikerin bei SKF zu machen.
Was hast du konkret am Girls'Day gemacht?
Wir bekamen eine ausführliche Erklärung über die Produktion und Tätigkeiten einer Industriemechanikerin. Wir durften auch schon einmal probieren wie es ist Metall zu feilen.
Wie findest du den Girls'Day?
Der Girls’Day ist wirklich super! Er gibt Mädchen die Chance sich über technische Berufe informiert zu werden. Viele Mädchen würden selbst nicht auf die Idee kommen, sich für so einen Beruf zu interessieren und durch den Girls’Day wird das Interesse dann von sich aus geweckt.
Was hat dich auf die Idee gebracht, dich für die Ausbildung zu entscheiden?
Auf jeden Fall der Girls’Day und das anschließende Praktikum.
Hast du dich schon vor dem Girls’Day für diesen Bereich interessiert?
Mir war klar, dass ich nie einen Büro-Job machen wollte, dass Interesse für meinen jetzigen Ausbildungsberuf kam jedoch erst nach Girls’Day.
Was hat dich am Bereich Technik bzw. Naturwissenschaften interessiert?
Physik hat mir schon in der Schule gut gefallen, man hat Versuche gemacht und musste selbst einen Weg zur Lösung finden. Ähnlich ist es in der Technik ja auch. Außerdem kann man aktiv an der Herstellung verschiedener Produkte mitwirken und sieht das spätere Ergebnis.
Woher, meinst du, kommt dein Interesse?
Ich glaube teilweise von meinem Vater, der immer viel von seiner Arbeit als Konstrukteur erzählt hat, hauptsächlich aber durch meine eigenen Erfahrungen mit technischen Berufen.
Hast du Unterstützung von anderen bei deiner Wahl erfahren? Gab es kritische Stimmen?
Die meisten waren zwar erstaunt, aber kritische Stimmen gab es eigentlich nicht. Eher im Gegenteil: Die meisten fanden es toll, dass ich mich das traue.
Wie lief deine Bewerbung ab? War es durch den Girls’Day einfacher?
Ja, es kommt schon gut an, wenn man erwähnt, dass man bereits an einem Girls’Day Erfahrungen in dem jeweiligen Beruf sammeln konnte.
Was findest du an deinem Beruf interessant?
Interessant ist der gesamte Ablauf in der Produktion den man direkt mitbekommt. Außerdem gibt es verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten.
Was sind die Vor- und Nachteile des Berufs?
Dass man schon mal schmutzig werden kann oder mal etwas länger steht kann schon störend sein. Mich persönlich stört das jedoch nicht, man gewöhnt sich auch schnell daran. Ein Vorteil ist, dass man wie schon erwähnt viel bei der Herstellung der Produkte mitbekommt. Der Beruf ist abwechslungsreich und bietet viele Weiterbildungsmöglichkeiten.
Wie viele Azubis gibt es in deinem Betrieb? Wie viele davon sind junge Frauen? Arbeiten in deinem Betrieb vor allem Männer?
Es gibt ca. 260 Auszubildende ungefähr 40 davon sind junge Frauen. Man kann schon sagen, dass es mehr Männer gibt, was aber kein Nachteil ist.
Welche Voraussetzungen muss man nach deiner Einschätzung für den Beruf mitbringen?
Ein guter Hauptschüler kann genauso gefragt sein, wie ein Realschüler. Man sollte aber auf jeden Fall technisches Verständnis mitbringen.
Ist dein Beruf ein „Männerberuf“? Ist es schwieriger für eine junge Frau, in einem männerdominierten Beruf zu arbeiten?
Für mich ist es kein „Männerberuf“ mehr. Es gibt einige Frauen. In manchen Abteilungen überwiegen sie mittlerweile schon fast. Es ist auch nicht schwierig, da man von den meisten gut aufgenommen wird und sie die immer mehr werdenden Frauen in diesem Beruf gewohnt sind.
Warum arbeiten nach deiner Einschätzung so wenige junge Frauen in technischen, informationstechnischen etc. Berufen?
Ich kann das nur schwer beantworten, glaube aber, dass es wirklich noch das Klischee ist, dass Frauen eher ins Büro gehen und sich nicht schmutzig machen „wollen“.
Was muss sich deiner Meinung nach ändern, damit mehr Mädchen Berufe in Technik, Naturwissenschaften, IT und Handwerk wählen?
Schon in den Schulen sollten mehr Fächer, die handwerkliche Tätigkeiten näher bringen, angeboten werden. Auch für die, die sich nicht für den technischen Bereich entschieden haben.
Welche Aktionen hältst du, z.B. in Schulen und Betrieben, für sinnvoll damit mehr junge Frauen einen Beruf in Technik oder Naturwissenschaften wählen? An welche verschiedenen Gruppen sollten sich die Aktionen richten: an Mädchen, an Eltern, an Lehrer/innen, an die Öffentlichkeit?
Spezielle Tage, an denen nur Versuche in Physik oder Mathe gemacht werden fände ich toll. Die Mädchen könnten sich Produktideen ausdenken, die sie dann auch selbst herstellen und richtig entwickeln.
Was wünschst du dir für die Zukunft?
Weiterhin als Industriemechanikerin zu arbeiten und Erfolg in diesem Beruf zu haben.
















