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Elektronik ist faszinierend und spannend

Celina Mirsch

Celina Mirsch macht eine Ausbildung zur Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik bei den Stadtwerken Konstanz. Ihren Girls’Day in der siebten Klasse verbrachte sie in einem Malerbetrieb. Der Mädchen-Zukunftstag und ein späteres Praktikum haben sie dazu ermutigt, sich nach der Schule für einen Ausbildungsberuf zu entscheiden, bei dem der Frauenanteil unter fünf Prozent liegt.
 
Girls'Day: Wo haben Sie den Girls’Day erlebt und warum haben Sie sich für diesen Girls’Day-Platz entschieden?
Claudia Mirsch: Ich habe den Girls‘Day in der 7. Klasse gemacht und war einen Tag bei einem Malerbetrieb. Ich wollte damals noch Malerin werden und fand den Beruf sehr spannend.

Wie haben Sie den Girls’Day erlebt, was war besonders interessant?
Wir mussten ein Garagentor neu streichen. Vor allem die Streichtechnik war interessant. Ich durfte das Garagentor abkleben und danach hat mir der Meister gezeigt, wie man anfängt zu streichen. Ich fand alles spannend und sehr lehrreich.

Inwiefern hat der Girls’Day Ihre spätere Berufswahl beeinflusst?
Wir mussten in der 8. Klasse Praktika machen, da bin ich für zwei Wochen wieder zu einem Malerbetrieb gegangen. Dort durfte ich eine Küche alleine streichen. Die Gesellen haben mir natürlich ein paar Tipps gegeben und mir geholfen, wenn ich irgendwelche Fragen hatte. Doch ich bin nicht bei dem Beruf geblieben, sondern habe 2014 eine Ausbildung angefangen als Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik.

Wie wichtig finden Sie den Girls’Day?
Ich finde den Girls‘Day sehr wichtig für junge Mädchen, da sie mal einen Tag lang in einen „Männerberuf“ schnuppern können, und mal sehen, wie das ist. Und aus meinem Freundeskreis aus der Schule sind durch den Girls‘Day einige Mädchen in einen Männerberuf gegangen.

Wie und warum haben Sie sich für die Ausbildung Energie- und Gebäudetechnik entschieden?
Ich wollte nie was im kaufmännischen oder sozialen Bereich machen. Ich wollte immer schon was Handwerkliches machen. Und als ich 2014 die Anzeige von den Stadtwerken Konstanz gelesen habe, habe ich mich darauf beworben, da Elektronik sehr faszinierend und spannend ist.

Welche Voraussetzungen sollte man für die Ausbildung mitbringen?
Man muss auf der Baustelle anpacken. Und man kann dreckig werden, und das sollte einen nicht stören. Man soll sich auch für den Beruf, den man wählt, interessieren. Und er sollte einem Spaß machen. Außerdem sollte man sehr viele Fragen stellen.

Was war bisher in Ihrer Ausbildung besonders interessant?
Das Interessanteste für mich bisher war, dass ich mit den Gesellen Hochspannungskabel für eine neue Trafostation verlegt habe. Wir mussten dort in der Station auch die Leitungen im Keller verlegen. Obwohl es sehr eng war, hat es doch sehr viel Spaß gemacht. Es gibt so viele spannende Dinge zu sehen. Der Beruf macht mir sehr viel Spaß

Wie sind Ihre Erfahrungen als Frau in einer Ausbildung in der überwiegend Männer tätig sind?
Meine Erfahrungen sind eigentlich sehr gut, die Männer sind sehr nett und reißen sich zusammen. Klar, ein paar Sprüche kommen immer wieder, aber die nehme ich mit Humor. Den sollte man haben und einfach den Spaß mitmachen. So macht die Arbeit auch viel Spaß. Die Auszubildenden mussten sich, glaube ich, auch erst daran gewöhnen, dass nun zwei Frauen da sind.
 
Welche Aktionen halten Sie (z.B. in Schulen und Betrieben) für sinnvoll, damit mehr junge Frauen einen technisch orientierten Beruf bzw. Studium wählen?
Man könnte mehr Werbung machen, wenn Frauen in einen Männerberuf gehen. In der Schule könnte man Mädchen besser informieren. Zum Beispiel könnte eine Frau, die in einem Männerberuf arbeitet, in eine Schulklasse gehen und erzählen, wie es so ist und Fragen beantworten.

Was empfehlen Sie jungen Frauen hinsichtlich der Berufswahl?
Dass sie in einen Männerberuf, der sie interessiert, mal hineinschnuppern. So sehen sie, wie anstrengend, aber auch lustig es sein kann. Man sollte nicht verschämt oder schüchtern sein.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Dass mehr Mädchen in einen Männerberuf gehen. Und dass man zeigen kann, dass Frauen auch einen Männerberuf machen können.

Frau Mirsch, vielen Dank für das Interview!

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