Girls'Day im Anatomischen Zellbiologischen Institut
Mit viel Eigeninitiative hat Janina einen sehr spannenden Tag im Anatominschen Zellbiologischen Institut in Bonn verbracht. Sie besuchte Vorlesungen und lernte wie man im Labor arbeitet und zum Beispiel DNS untersucht. Sie besichtigte die Bibliothek und eine Sammlung von präparierten Organen und hat gelernt, was "Histologie" bedeutet.
Anfang März wurde uns von unserem Klassenlehrer Herrn Kirst der Girls'Day vorgestellt. Am gleichen Nachmittag machte ich mich eifrig an die Recherche, welche pathologischen und anatomischen Institute es in Bonn gibt. Kurzer Hand hatte ich einige zusammengefunden, schrieb eine Kurzbewerbung und schickte sie an die jeweiligen Institute. Leider bekam ich anfangs einige Absagen mit der Begründung, dass ich für die Pathologie noch zu jung sei, aber ich gab nicht auf. Einige Tage vor dem Girls'Day bekam ich eine Email von Herrn Prof. Dr. Karl Schilling aus dem Anatomischen Institut, dass ich in seinem Institut herzlich willkommen sei.
Endlich war es so weit, voller Erwartungen und auch ein wenig unsicher wurde ich um 8:30 Uhr vor dem Anatomischen Institut, Bonn Poppelsdorf von meiner Mutter abgesetzt. Im Eingangsbereich liefen mir viele Studenten über den Weg. Herr Prof. Dr. Karl Schilling holte mich dort wie versprochen ab. Nach einem kurzen Gespräch in seinem Büro gingen wir gemeinsam zu seiner Vorlesung in den Hörsaal. Es waren ungefähr 200 Studenten anwesend. Die zweistündige Vorlesung "Verbindung der einzelnen Zellen und ihr Moleküldurchmesser" (zweites Semester) war sehr interessant und ich habe viel verstanden.
Nach dem langen Sitzen ging es in Richtung Labor. Auf dem Weg stellte mich Herr Prof. Dr. Karl Schilling zwei seiner Mitarbeitern vor, Sabine (macht zurzeit ihren Doktor) und Christian (Halbtagskraft). Sie nahmen mich mit in das Labor und ich bekam von Herrn Prof. Dr. Karl Schilling eine Einweisung "Was im Labor alles zu beachten ist", wie z.B. Kittel, Schutzbrille, Handschuhe, nicht essen und trinken. Sabine und Christian grinsten und schon verschwanden wir im Labor. Mit weißem Kittel und Handschuhen bekleidet, zeigten sie mir das Labor und fragten, ob ich Lust habe, die DNS einer Maus zu untersuchen. Klar hatte ich Lust! Mit Maus, Pipette und einem Spezialgel in einem Gefäß machte ich mich nach kurzer Erklärung munter ans Werk. Die Aufgabe bestand darin, die blaugefärbte DNS der Maus mit der Pipette auf das Gefäß mit dem Spezialgel zu geben. Das war gar nicht so einfach. Christian schloss das Gefäß mit Kabeln am Strom an und setzte das Gel kleinen Stromschlägen von ca. 100 Watt aus. Wir konnten beobachten, dass das Gel sich langsam aus dem weichen in einen festen Zustand veränderte. Das hart gewordene Gel mit der Maus-DNS legten wir unter ultraviolettes Licht und schauten uns an, ob sich die DNS verändert hatte. Leider war die DNS schon zu alt und wir konnten kaum etwas sehen. Schade, aber interessant war es trotzdem.
Als nächstes stand der Histokurs auf dem Programm. Histokurs (Mikroskopisch-anatomischer Kurs)
Mmh, was ist Histologie? Histologie bedeutet im eigentlichen Sinne des Wortes: die Wissenschaft von den biologischen Geweben (Untersuchung von mikrometerdünnen Gewebeproben). Unter einem Lichtmikroskop durfte ich mir viele verschiedene Präparate, z.B. Speiseröhre, Prostata, die Haut eines Hundes und sogar Embryonen anschauen. Wahnsinn, es war echt toll so etwas zu sehen. Hier gab es über 100 verschiedene Präparate. Noch immer fasziniert zeigten mir Sabine und Christian den Rest des Institutes wie die Bibliothek mit ihren zum Teil uralten Büchern (bei einigen hatte ich Angst, die fallen gleich auseinander). Nach unserem Rundgang ging es noch mal ins Labor. Hier durfte ich eine 10xPBS-Lösung (Natrium-, Kalium-, Natriumdehydritsulfat und destilliertes Wasser) anmischen.
Vor lauter Begeisterung hatte ich fast vergessen, dass ich großen Hunger hatte. Zum Glück ging es jetzt gemeinsam in die Mensa. Herr Prof. Dr. Schilling fragte, wie es mir gefallen hat und ob ich mir vorstellen könnte, hier zu studieren. Voller Begeisterung erzählte ich ihm, was mir besonders gefallen hat. Naja, ich glaub' Mensa wird nicht meins, aber besser als ein knurrender Magen. Den Nachmittag über durfte ich mit Steffi, einer anderen Mitarbeiterin, in ein anderes Labor. Zu Anfang fragte sie mich, ob ich schon mal menschliche präparierte Organe gesehen habe und ob mir schnell schlecht wird. Grinsend sagte ich noch nicht - aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Insgeheim habe ich mir schon gedacht, dass ich jetzt sowas sehen werde. Warum sollte sie mich sonst so etwas fragen? Steffi zeigte und erklärte mir einige Präparate wie z.B. ein sehr großes Herz, Lunge, Hand und Fuß. Mutig fasste ich alles an und war sehr verwundert, denn ich hatte es mir irgendwie eklig vorgestellt, doch so war es nicht. Der Fuß sah komisch aus, er hatte Ähnlichkeit mit einem gebratenen, vertrockneten, grauen Hühnchen.
Leider war jetzt der Tag im Institut vorbei, aber damit wir uns noch etwas austauschen konnten, gingen wir (Herr Prof. Dr. Schilling, Steffi, Sabine, Christian und ich) gemeinsam in der Mensa einen Kaffee trinken. Dies war der interessanteste, aufregendste, spannendste und wunderschönste Tag. Vielen Dank an alle im Anatomischen Zellbiologischen Institut, die mich den ganzen Tag begleitet haben.
















