Gisela Hering-Bejaoui ist Leiterin einer städtischen Einrichtung. Sie hat zwei Töchter im Alter von 15 und 18 Jahren. Beide Mädchen haben schon drei- bzw. viermal am Girls’Day teilgenommen und sich ganz unterschiedliche Berufsfelder angesehen. Darunter waren das Naturwissenschaftslabor der nahegelegenen Universität und ein von einer Frau geleitetes Architekturbüro. Ein anderes Mal haben sie einen Berufsparcours durchlaufen.
Wie haben Sie zum ersten Mal vom Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag gehört?
Ich habe in der Schule meiner Tochter (Laborschule Bielefeld) ein Plakat des ersten durchgeführten Girls’Day gesehen. Daraufhin habe ich das Thema im Elternrat angesprochen und mich erkundigt, wo es Plätze für die Mädchen gibt.
Welche neuen Erfahrungen haben Sie und natürlich Ihre Töchter durch den Girls'Day gemacht?
Beim ersten Girls’Day ist meine ältere Tochter im Chemielabor der Uni Bielefeld gewesen und war total begeistert. Sie und ihre jüngere Schwester haben daraufhin an weiteren Girls’Days teilgenommen. Mädchen aus ihren Klassen haben auch mitgemacht.
Auf welche Weise unterstützen Sie Ihre Tochter bei den Girls'Day-Vorbereitungen?
Nachdem sie beide schon einmal am Girls’Day teilgenommen hatten, habe ich ihnen später nur noch den Termin für den nächsten Girls’Day mitgeteilt. Sie haben dann selbst im Internet nach freien Plätzen gesucht.
Wie wird der Girls'Day an der Schule ihre Tochter organisiert?
Bei meiner jüngeren Tochter hängen jedes Jahr in der Schule Plakate aus, die auf den Girls’Day aufmerksam machen. Es wird außerdem dem Elternrat und den einzelnen Gruppen (Klassen) mitgeteilt.
Am Gymnasium, auf das meine ältere Tochter gewechselt ist, haben einzelne Lehrerinnen zum Teil für den gesamten Jahrgang mit den Mädchen eine Veranstaltung besucht, wie zum Beispiel den Berufsparcours in der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld.
Wie können Eltern ihre Tochter bei der Berufsorientierung – besonders in Technik, Naturwissenschaften, IT und Handwerk – am besten fördern?
Eltern können ihre Töchter motivieren, neben der Teilnahme am Girls’Day Praktika in diesen Berufsfeldern zu machen. Beim Girls’Day selbst können Eltern ihre Kinder bei der Suche nach einem geeigneten Platz behilflich sein.
Was wünschen Sie sich dafür an Unterstützung?
Der Girls’Day sollte weiterhin durchgeführt werden!
Wie können Eltern ihrer Tochter helfen, sich gegen Klischees bei der Berufswahl zu wappnen?
Eltern sollten ihre Töchter bezüglich ihrer Berufswahl ermutigen. Dazu gehört es, positive Beispiele aufzuführen und auf Frauen hinzuweisen, die erfolgreich in diesen Berufen arbeiten.
Warum sollte es Ihrer Meinung nach den Girls’Day geben?
Das Thema ist weiterhin aktuell. Es sind immer noch zu wenig Frauen und Mädchen in diesen Berufsfeldern tätig. Es gibt noch zu viele Naturwissenschaftslehrer in den Schulen, deren Unterricht Mädchen wenig anspricht und die das Desinteresse vieler Mädchen im Unterricht für naturgegeben halten. Beispiel: Ein junger Mathe- und Physiklehrer am Gymnasium meiner Tochter hatte vor Jahren die Ausstellung "Frauen in der Physik" an die Schule geholt. Er hat sehr viel positive Rückmeldung von SchülerInnen und KollegInnen bekommen, musste aber auch ironische Bemerkungen von Kollegen und Schülern einstecken, die das Ganze überflüssig fanden.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Töchter?
Ich wünsche mir für meine Töchter, dass es für ihre Kinder, falls sie mal welche haben wollen, selbstverständlicher sein wird, Beruf und Familie zu vereinbaren und dass Berufs- und Familienarbeitsrollen für Männer und Frauen austauschbarer werden.

















