Hintergrundinformationen: Eltern und Berufsorientierung

Daten, Fakten und Literatur

Der Einfluss von Eltern auf das Berufswahlverhalten von Mädchen
Trotz hoher Qualifikation sind junge Frauen jedoch nach wie vor von der geschlechtsspezifischen Vorauslese in Ausbildung und Beruf betroffen. Die Rollenvorstellungen von Eltern und ihre Kompetenzzuschreibungen für Mädchen haben erheblichen Einfluss. Drei Viertel der Mädchen bezeichnen ihre Mütter als sehr wichtig oder wichtig in diesem Prozess, 57 Prozent ihre Väter. Aus dem Berufsbildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (1998).

Die Rolle von Eltern bei der Berufswahl ihrer Töchter
Die Ergebnisse einer vom Hamburger Senatsamt für Gleichstellung in Auftrag gegebenen Studie zum Einfluss von Eltern auf das Berufswahlverhalten von Mädchen (in den Klassenstufen 8 bis 10 an Haupt-, Real- und Gesamtschulen) zeigt auf, welche Rolle Eltern bei der Berufswahl ihrer Töchter spielen und wie sich ihr Geschlechtsrollenverständnis und die häusliche Arbeitsteilung darauf auswirken.

Rollen- und geschlechtergeprägte Berufswahl
Lehrstellenmangel und drohender Fachkräftemangel in technischen Berufsfeldern betreffen Mädchen und junge Frauen besonders: Obwohl sie die besseren Schulabschlüsse vorweisen können, bewerben sich nur wenige in technischen, techniknahen, naturwissenschaftlichen oder handwerklichen Berufsfeldern und schöpfen somit ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus. Dieser Aspekt der rollen- und geschlechtergeprägten Berufswahl nimmt der Wirtschaft potenzielle Fachkräfte und verbaut den Mädchen Zukunftschancen. Weitere Informationen zur aktuellen Ausbildungssituation finden sie im Berufsbildungsbericht 2008.

Tradierte Rollenbilder
Das Berufswahlverhalten von Jungen und Mädchen ist durch zwei gemeinsame Merkmale geprägt. Sowohl Jungen, als auch Mädchen bewegen sich bei ihrer beruflichen Orientierung in einem sehr schmalen Spektrum: jeweils die Hälfte der Mädchen und Jungen konzentrieren sich in zehn der am stärksten besetzten Ausbildungsberufe. Mädchen wählen Berufe, in denen hauptsächlich Frauen tätig sind und Jungen wählen vorrangig Berufe, in denen Männer arbeiten. http://www.genderundschule.de

Stellungnahme des Bundeselternrates
Der Bundeselternrat hat gefordert, dass alle Jugendlichen eine gute und fundierte Begleitung bei ihrer Berufswahl erhalten müssen. Dies muss neben dem Elternhaus auch die Schule leisten. Wichtiger Kooperationspartner für die Schule und die Eltern sollte die Berufsberatung der Arbeitsagenturen sein. Berufswahlvorbereitung ist auch ein Familienprozess, der aktiv verstanden und gestaltet werden sollte. Eltern sollten aus Verantwortung für ihre Kinder alles ihnen Mögliche tun, um die Berufswahl erfolgreich zu gestalten. Dazu können Hilfen von außen, Gespräche mit Berufsberatern, mit Psychologen sowie das Studium von Literatur einen sinnvollen Ansatz bieten. http://www.bundeselternrat.de

Eine Zusammenstellung von Daten und Fakten zur Ausbildungssituation von Mädchen und Frauen und mit guten Gründen für eine Berufswahl im technischen oder naturwissenschaftlichen Bereich finden Sie im Bereich hier.

Literatur

Oechsle, Mechtild; Knauf, Helen (2007): „Berufsfindungsprozesse von Abiturientinnen und Abiturienten im Kontext schulischer Angebote zur Berufsorientierung“. In: Kahlert, Heike; Mansel, Jürgen (Hrsg.) Bildung und Berufsorientierung. Der Einfluss von Schule und informellen Kontexten auf die berufliche Identitätsentwicklung. Juventa Verlag Weinheim und München. S. 143-162

Oechsle, Mechtild/Knauf, Helen/Maschetzke, Christiane/Rosowski, Elke (2009): Abitur und was dann? Berufliche Orientierungsprozesse und biographische Verläufe im Geschlechtervergleich. Verlag für Sozialwissenschaften. Walla-Trippel, Sandra (2007): Aspekte der Berufswahl von jungen Frauen. Vdm Verlag Dr. Müller.

Engler, Hans (2008). Haben Informatikerinnen das falsche Geschlecht? Studie zur Berufswahl junger Frauen. Vdm Verlag Dr. Müller.

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