Liane Borchert, Mitarbeiterin der Gleichstellungsbeauftragten, Sandra Brumm, EU-Beauftragte, und Snežana Sever, Gleichstellungsbeauftragte, engagieren sich für den Girls’Day. Sie sind Mitglieder im Arbeitskreis des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf von Berlin, der im Jahr 2005 gegründet wurde.
Warum engagieren Sie sich für den Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag?
Um Mädchen der Klassen 5 bis 10 bei ihrer Berufsorientierung zu ermutigen, Ausbildungen in technischen oder naturwissenschaftlichen Berufen, aber auch Führungspositionen in Wirtschaft und Verwaltung, anzustreben.
Wie kam es zur Bildung Ihres Girls’Day-Arbeitskreises/Ihrem Engagement als Kontaktstelle für den Girls’Day?
Durch die damalige Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen wurde das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin im Januar 2004 aufgefordert, den Girls’Day im Land Berlin zu unterstützen. Diesem Anliegen folgte das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und bat den Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis e.V. um Unterstützung. Seit 2005 arbeitet der Arbeitskreis Girls’Day in Marzahn-Hellersdorf unter Federführung der Gleichstellungsbeauftragten.
Was sehen Sie als Vorteil der Organisationsform als Arbeitskreis an?
Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis e.V., der Agentur für Arbeit Berlin Mitte, den bezirklichen freien Trägern, dem zuständigen Schulrat, dem Jugendamt und anderen Fachabteilungen des Bezirksamtes ist die Koordinierung der Aktionen zum Girls’Day optimal zu organisieren. Die breite Unterstützung der unterschiedlichen Ebenen ermöglicht eine gute Öffentlichkeitsarbeit und somit die Erreichbarkeit der Mädchen.
Wie sind Sie bei der Planung, Vorbereitung und Durchführung des Girls’Days vorgegangen?
Der Arbeitskreis Girls'Day Marzahn-Hellersdorf trifft sich jeweils im Dezember des laufenden Jahres, um die ersten Absprachen (Terminklärungen, Anschreiben an Schulen und Unternehmen usw.) für den kommenden Girls’Day zu veranlassen. Dabei werden Info-Materialien verteilt, die über das Büro der Gleichstellungsbeauftragten bestellt wurden. In Folge trifft sich der Arbeitskreis in regelmäßigen Abständen, um die detaillierten Festlegungen zum bevorstehenden Girls’Day zu besprechen. Über den Internetauftritt der Gleichstellungsbeauftragten sowie die Pressestelle des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf erfolgen die öffentliche Informationsverbreitung zum Girls’Day und die Bekanntgabe der Aktionen.
War der Tag für Sie erfolgreich? Hat sich Ihr Engagement gelohnt?
Es haben im Jahr 2009 insgesamt 345 Mädchen in Marzahn-Hellersdorf am Girls’Day teilgenommen. Informationen zur dieser erfolgreichen Bilanz finden Sie auch unter: http://www.mhwk.de/index.html?http://www.mhwk.de/content/archiv/archiv_2009.html
Welche Probleme hatten Sie bei der Vorbereitung/Umsetzung zu überwinden? Was würde Ihre Arbeit erleichtern?
Die Erreichbarkeit der Schulen könnte optimaler erfolgen, indem Kontakte über z.B. die Lehrer/innen-Konferenz hergestellt werden. Damit würden die Lehrer/innen direkt über den Girls'Day informiert werden bzw. könnten direkt in die Planung des Girls’Days einbezogen werden. Die Anregung, dass die Akteur/innen des Girls’Days in die Lehrer/innen-Konferenz dazu geladen werden, z.B. vier Wochen vor dem Termin des Girls’Days, sollte auf der Ebene der Schulräte, Schulrätinnen und Schulleiter/innen eingeleitet werden. Für die Durchführung des Girls’Days 2010 haben wir uns diese Vorgehensweise als Aufgabe vorgenommen.
Was würden Sie anderen Arbeitskreisen oder Aktiven, die einen Arbeitskreis gründen möchten, raten?
Die Vernetzung und Unterstützung durch die Partner/innen aus der Wirtschaft, der Kommunalverwaltung, dem Schulwesen und lokalen Vereinen bzw. freien Trägern ist unabdingbar und deshalb auf jeden Fall anzustreben.
Wie schätzen Sie die Bedeutung der Aktivitäten zum Girls’Day in Ihrer Region über das ganze Jahr hinweg ein?
Wenn Girls’Day-Aktionen gut vorbereitet sind und daraus ein nachhaltiger Eindruck resultiert, sind positive „Folgewirkungen“ (z.B. Mund-zu-Mund-Propaganda der Mädchen untereinander, Entscheidung für einen frauenuntypischen Beruf, Interesse von Unternehmen zur Beteiligung am Girls’Day etc.) eher zu erwarten. Wichtig ist insbesondere, dass in der Zeit zwischen Mai und November (also zwischen Girls’Day-Auswertung und den neuen direkten Vorbereitungen für den nächsten Girls’Day) die Netzwerkverbindungen zwischen den Akteur/innen aufrechterhalten werden und auch die Kontakte zu Unternehmen gepflegt werden, so dass der Girls’Day thematisch immer präsent bleibt.
Warum sollte es Ihrer Meinung nach einen Girls’Day geben?
Der Girls’Day ist gegenwärtig ein sehr gutes Instrument, um Mädchen während einer Tagesaktion für Berufe zu sensibilisieren, die über das Spektrum der geltenden klassischen Frauenberufe hinausgehen. Damit einhergehend ist es wichtig, die daran geknüpften tradierten Berufsbilder zu hinterfragen und zu rekonstruieren. Als Ziel sollten Optionen anvisiert werden, um die Mädchen an die klassisch geltenden „Männerberufe“ heranzuführen, in dem sie praktische Erfahrungen in Betrieben und anderweitigen Praxisstellen sammeln können.

















